Unteres Fricktal
Ob Dünger, Putzmittel oder Shampoo – alles soll in den gelben Sack

Der Abfallverband GAF lanciert im Herbst ein Pilotprojekt zur Kunststoffentsorgung – denn dieser machte 2003 bereits rund 15 Prozent des Kehrichts aus. Nun sollen alle zwei Wochen, analog zur regulären Sammlung, die gelben Säcke mitgenommen werden.

Nadine Böni
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Die Kunststoffe werden im Sack gesammelt und dieser wird 14-täglich – analog der Kehrichtabfuhr – abgeholt.

Die Kunststoffe werden im Sack gesammelt und dieser wird 14-täglich – analog der Kehrichtabfuhr – abgeholt.

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Die leere Shampoo-Flasche, die Box der verzehrten Cremeschnitte, die Plastikbecher vom letzten Grillabend oder der Beutel des aufgebrauchten Orchideen-Düngers – im Alltag fällt viel Abfall an. Und vieles davon ist aus Kunststoff, gerade Verpackungen.

Kunststoffe machen laut der letzten Untersuchung des Bundesamts für Umwelt (Bafu) rund 15 Prozent des Haushaltkehrichts aus. Die Untersuchung stammt allerdings aus dem Jahr 2003. Mittlerweile dürfte der Anteil an Kunststoff im Kehricht noch gestiegen sein. Dies, weil einerseits mehr Kunststoffe verbraucht werden und weil andererseits immer mehr Wertstoffe wie Papier, Glas, Alu, PET-Getränkeflaschen oder Grüngut separat gesammelt werden und somit aus dem Kehrichtsack verschwinden.

Möglichst kleiner Aufwand

Geht es nach dem Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal (GAF), könnte schon bald auch der Kunststoff-Anteil im Kehrichtsack sinken. Der GAF lanciert ein Pilotprojekt zum Recycling des Kunststoff-Abfalls. «Der GAF hat eine ethische und ökologische Verantwortung und setzt auf eine möglichst hohe Wiederverwendungsquote beim Kehricht», sagt Gisela Taufer, Präsidentin des Gemeindeverbands.

Die Idee des GAF: Separate Sammelsäcke nur für Kunststoffabfälle, die von einer Firma abgeholt werden. «Das Recycling ist für den einzelnen Haushalt einfach. Die Kunststoffe werden im Sack gesammelt und dieser wird 14-täglich – analog der Kehrichtabfuhr – abgeholt», erklärt Taufer. So soll der Aufwand für die Kunden möglichst klein gehalten werden. Der Aufwand sei schliesslich, so Taufer, eines der wichtigsten Kriterien, wenn es darum geht, ob die Kunden bereit sind, mitzumachen.

An der Möga vorgestellt

«Würde die Kunststoffsammlung in der Schweiz flächendeckend eingeführt, könnte der Ausstoss der Treibhausgase um mehrere hunderttausend Tonnen reduziert werden», sagt Gisela Taufer. Gemäss Bafu werden bei der Herstellung von einem Kilogramm Recycling-Kunststoff im Vergleich zu neuem Kunststoff drei Liter Rohöl und 80 Prozent der Energie gespart. «Wir hoffen auf eine grosse Akzeptanz in der Bevölkerung und dass diese bereit ist, Kunststoff separat zu sammeln und damit einen Beitrag zur Schonung wertvoller Rohstoffe zu leisten», so Taufer.

An der Möhliner Gewerbeausstellung Möga Ende September wird der GAF den gelben Kunststoff-Sammelsack der Bevölkerung vorstellen. Auch sollen der Weg vom Einsammeln bis zur Wiederverwertung aufgezeigt und Produkte aus recyceltem Kunststoff gezeigt werden. Die gelben Sammelsäcke kosten 1.90 Franken (35 Liter) respektive 3.40 Franken (60 Liter). Die erste Sammeltour findet am 17. Oktober statt. In welcher Gemeinde gestartet wird, ist derzeit noch unklar. Das Pilotprojekt ist vorerst auf zwei Jahre ausgelegt. «Wir sind gespannt, wie die Idee angenommen wird», sagt Taufer.

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