Kaisten 

Nein zum 2,95-Millionen-Kredit: Gemeinderat muss beim Reservoir nochmals über die Bücher

Der Kaister Gemeinderat plant ein neues Wasserreservoir. (Symbolbild)

Der Kaister Gemeinderat plant ein neues Wasserreservoir. (Symbolbild)

An der Gemeindeversammlung regte sich Widerstand zuum neue Wasserreservoir im Gebiet Äspleberg.

Gleich das erste Votum eines Versammlungsteilnehmers hatte es an der Kaister Gemeindeversammlung am Freitagabend in sich: «Der Kreditantrag ist viel zu hoch für einen einfachen Betonbau mit Zuleitungen», sagte er. Gemeint war damit das geplante neue Wasserreservoir im Gebiet Äspleberg. 2,95 Millionen Franken hatte der Gemeinderat für dieses Reservoir beantragt. Es erhöhe die Versorgungssicherheit und es ermögliche mit seinen zwei Wasserkammern zu je 650 Kubikmetern, die gesetzlich vorgeschriebene Löschwasserreserve zu erstellen, hatte Gemeinderat Willy Burkhalter bei der Vorstellung des Geschäfts gesagt.
Genug Zeit, um eine bessere Lösung zu finden

Den grundsätzlichen Bedarf stelle er nicht in Frage, entgegnete der Votant, «aber wir haben Zeit, eine bessere Lösung zu finden.» Er monierte, der Kostenvoranschlag basiere einzig auf der Erfahrung des Ingenieurs und nicht auf einer Richtofferte, er störte sich an den aus seiner Sicht zu hohen Laufmeter-Kosten für die Leitungen und kritisierte, dass nirgends ersichtlich sei, wie sich die Investition auf den Wasserpreis auswirke. Er sei der Meinung, der Bau des Reservoirs könne um einen Drittel günstiger erfolgen, schloss er sein Votum und stellte einen Rückweisungsantrag.

Aus der Versammlung erhielt der Rückweisungsantrag Unterstützung. «Wir können damit nur gewinnen», sagte ein Versammlungsteilnehmer und fügte an, der Wasserpreis sei in Kaisten schon jetzt vergleichsweise hoch.

Gemeinderat Willy Burkhalter wehrte sich gegen die Kritik. Er verglich die Kosten mit dem vor einigen Jahren realisierten Wasserreservoir in Münchwilen und kam zum Schluss, dass nur die Erschliessungskosten signifikant höher seien – man habe in Kaisten aber auch deutlich längere Leitungen zu verlegen, betonte er. Beim Souverän verfing diese Argumentation letztlich knapp nicht. Die Stimmberechtigten – 139 von 1808 waren anwesend – nahmen den Rückweisungsantrag mit 63 zu 57 Stimmen an und erteilten dem Gemeinderat damit den Auftrag, eine bessere und günstigere Lösung zu erarbeiten.

Gemeinde kauft Hof an der Weidstrasse

Die übrigen Traktanden genehmigte der Kaister Souverän allesamt. Die höchste Kreditsumme  – 1,25 Millionen Franken – sprach er dabei für den Kauf des ehemaligen Hofs Wüthrich an der Weidstrasse. Die rund 11 500 Quadratmeter grosse Parzelle sei attraktiv und der Kauf eine «strategische Investition», so Gemeindeammann Arpad Major. Geplant ist, das Land von der Landwirtschaftszone in die Zone für öffentliche Bauten umzuzonen. Man habe in der Zukunft sicher Bedarf. Major sprach dabei unter anderem an, dass es für den Werkhof dereinst eine neue Lösung brauche.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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