Mit der Umwandlung in OVS-Shops wollte die Investorengruppe Sempione Retail in den ehemaligen Charles-Vögele-Filialen wieder für bessere Umsätze sorgen. Doch das Konzept mit schnittiger, italienischer Mode für die ganze Familie scheiterte: Der Investorengruppe ist das Geld ausgegangen. 132 der insgesamt 140 Filialen befinden sich derzeit in Liquidation.

Davon betroffen sind auch die beiden Fricktaler OVS-Shops in der Rheinfelder Marktgasse und im Fricktal Center A3 in Frick. Dort läuft derzeit der Liquidationsverkauf der Ware mit Nachlässen von über 50 Prozent. Wie lange es noch dauert, bis die Sempione Retail die beiden OVS-Filialen schliesst, lässt sich nicht genau sagen. «Das hängt unter anderem davon, wie der Ausverkauf läuft», sagt Sprecher Edwin van der Geest und schiebt nach, dass dieser gut angelaufen sei. In beiden Filialen bleibt der operative Betreib nur noch «eine beschränke Zeit» aufrechterhalten. «In dieser Zeit sollen Verhandlungen geführt werden, um einen Teil der der Verkaufsstellen an einen oder mehrere Dritte zu übertragen», sagt van der Geest. Zwar hat OVS in Rheinfelden noch einen Mietvertrag bis Ende des Jahres, «wenn der Vermieter früher einen Nachmieter findet, ist Sempione Fashion flexibel bezüglich des Auszugs», so van der Geest.

Kein Sozialplan für die Mitarbeiter

Von der Schliessung sind in den beiden Fricktaler Standorten insgesamt elf Mitarbeiter, die sich auf rund sechs Stellen aufteilen, betroffen. Wie die AZ weiss, ist es für die Verkäufer ein Schock gewesen, als sie vom Entscheid des Unternehmens via Telefonkonferenz informiert wurden. Dies bestätigt auch van der Geest: «Die Situation mit den Mitarbeitenden ist tatsächlich schwierig.» Erschwerend für die Mitarbeiter kommt hinzu, dass das Unternehmen ihnen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz nicht behilflich sein wird. Dies deshalb, weil sich die Sempione Fashion AG in Nachlassstundung befindet und einen Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung anstrebt. «Das Gesetz sieht für diesen Fall keine Sozialplanpflicht vor», sagt van der Geest.

350 Quadratmeter, 6340 Franken

In Frick läuft die Suche nach einem potenziellen Nachmieter bereits: «Leerstehen lassen wollen wir die Ladenfläche natürlich nicht», sagt Daniel Zimmermann, Center-Leiter der Wincasa AG. Obwohl die Ladenfläche mit 725 Quadratmeter relativ gross ist, geht Zimmermann, davon aus, dass ein Nachmieter rasch gefunden ist. «Wir haben Kontakte zu einigen Unternehmen, die auf der Suche nach Räumlichkeiten sind», sagt er. Wichtig bei dem neuen Nachmieter sei, dass er zur Ladenvielfalt und Attraktivität des A3-Centers beitrage. «Es bringt ja nichts, wenn sich dort ein zweites Geschäft ansiedelt, das Artikel und Nahrung für Haustiere verkauft», sagt Zimmermann. Denkbar sei auch, bei entsprechender Nachfrage die Ladenfläche zu unterteilen und damit Platz für zwei Geschäfte zu schaffen. «Es gibt viele Unternehmen, die auch kleinere Flächen suchen», sagt Zimmermann.

Mit 350 Quadratmeter ist die Ladenfläche der OVS-Filiale in der Rheinfelder Marktgasse nur knapp halb so gross wie jene in Frick. Die Verkaufsfläche wird von der Finanz und Bau AG Interfinancia für eine monatliche Brutto-Miete in Höhe von 6340 Franken inseriert. Auf Anfrage, ob sich bereits Interessenten gemeldet haben, gab das Unternehmen keine Auskunft.