Der Haussegen zwischen Möhlin und den Gemeinden im Wegenstettertal hängt derzeit schief. Der Grund: Der Gemeinderat von Möhlin hat im Mai entschieden, den Oberstufen-Standort in Wegenstetten fallen zu lassen und für 8,5 Millionen Franken beim Schulhaus Steinli einen Ergänzungsbau zu realisieren. Hier sollen künftig alle Abteilungen der Möhliner Oberstufe zentralisiert werden.

Von diesem Entscheid wurden die Talgemeinden überrascht; sie gingen davon aus, dass Möhlin weiterhin Schüler nach Wegenstetten schickt und dass der Sek- und Realstandort in Wegenstetten, der ohne Schüler aus Möhlin nicht überleben kann, gesichert ist. «Wir sind vor den Kopf gestossen», sagte Kathrin Hasler, SVP-Grossrätin und Gemeindeammann von Hellikon, nach Bekanntwerden des Entscheids.

Hasler ist es auch, die nun die Frage der Oberstufen-Zentralisierung und die unterschiedlichen Stärkeverhältnisse zwischen Land- und Zentrumsgemeinden aufs kantonale Parkett bringt. In einer Interpellation, die Hasler heute im Grossen Rat einreicht, will sie wissen, wie der Kanton seine Rolle beurteilt und was der Regierungsrat von leerstehenden Schulhäusern hält.

Im Interpellationstext schwingt deutlich die David-Goliath-Thematik mit, wobei sich in diesem Fall eher Goliath durchzusetzen scheint. Die vom Kanton gewünschte Zentralisierung der Oberstufenstandorte – auch bei der Sereal – stellten die ländlichen Regionen vor einige Herausforderungen, hält Hasler fest.

Ungleiche Verhandlungspartner – grosse und kleine Gemeinden – müssten zusammen die Rahmenbedingungen für die gemeinsamen Oberstufenzentren erarbeiten. «Aus Sicht der Kleingemeinden werden in diesem Prozess die Bedürfnisse der Landgemeinden zu wenig berücksichtigt», so Hasler.

Sie habe Verständnis, dass im Sinne der Kostenoptimierung und der Qualitätssicherung Mindestvorgaben umgesetzt werden müssten. «Aber es kann nicht sein, dass wir auf Kosten der ländlichen Gemeinden grosse Oberstufenzentren in den Zentrumsgemeinden führen und diese mit zusätzlichen Mehrkosten belastet werden.»

Hasler stellt dem Regierungsrat sieben Fragen. So will sie wissen, was die Regierung dazu sagt, dass oft ungleiche Partner eine Regelung suchen müssen. «In der Regel verliert die Landgemeinde den Schulstandort.» Diese werde dann mit zusätzlichem Schulgeld und Transportkosten belastet «und haben leere Schulgebäude, während im neuen Schulstandort neu gebaut wird». Hasler spricht mit Blick auf die Nutzung bestehender Schulhäuser von Kosteneffizienz und schiebt nach: «Dazu müssten die Zentrumsgemeinden zum Schülerabtausch verpflichtet werden.»

Dass solche Verhandlungen nicht einfach sind, zeigt auch die Frage, inwie weit eine verbindliche Unterstützung des Kantons bei Verhandlungen möglich wäre, um tragfähige Lösungen zu finden. Zudem will Hasler wissen, ob für Regionen mit einem dynamischen Bevölkerungswachstum – wie es die Region Möhlin ist – Übergangsbewilligungen denkbar wären.