Möhlin

Nach einem schweren Jahr hat er sein Selbstvertrauen endlich zurück

Jérôme Kym wurde in diesem Jahr zum jüngsten Schweizer Davis-Cup-Spieler.

Jérôme Kym wurde in diesem Jahr zum jüngsten Schweizer Davis-Cup-Spieler.

Jérôme Kym blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. Zuletzt allerdings machte er mit guten Resultaten von sich reden.

In den letzten Wochen hat ­Jérôme Kym (16) wieder zu seinem Spiel gefunden. Ende Oktober erreichte er zum ersten Mal in seiner Karriere bei einem Grade-A-Turnier – das ist die höchste Turnierstufe der internationalen Juniorentour – ein Viertelfinal. In der Woche danach doppelte er mit einer weiteren Viertelfinalqualifikation nach und erreichte im November bei einem Turnier in Lettland gleich noch das Endspiel.

Dank dieses starken Schlussspurts knackte der 16-Jährige aus Möhlin erstmals die Top 100 der U18-Weltrangliste. «Ich bin sehr zufrieden, wie ich zuletzt gespielt habe. Endlich habe ich mein Spiel wiedergefunden, das ich im Verlauf dieses Jahres leider nicht so oft zeigen konnte, wie ich das gerne getan hätte», so Kym.

Jüngster Davis-Cup-Spieler der Schweiz

Das Jahr 2019 begann für den jungen Fricktaler mit einem Paukenschlag. Nachdem er gleich zu Jahresbeginn den ­Junioren Schweizer-Meister-Titel gewann, wurde er im Februar von Severin Lüthi für die Davis-Cup-Partie gegen Russland aufgeboten. Doch Kym wurde nicht einfach nur aufgeboten. Lüthi schenkte dem Youngster das Vertrauen und stellte ihn im Doppel an der Seite von Henri Laaksonen auf. Und das Duo konnte gegen die favorisierten Russen einen überraschenden Sieg einfahren.

Plötzlich stand Kym, der dank seines Einsatzes zum jüngsten Davis-Cup-Spieler der Schweizer Tennisgeschichte wurde, im Fokus der Öffentlichkeit. Und das Interesse riss nicht ab, denn nur wenige Tage später überzeugte Jérôme Kym auch bei seinem Profidebüt in Oberentfelden, wo er auf Anhieb die Viertelfinals erreichte. «In dieser Phase kamen enorm viele Medien- und Sponsorenanfragen. Alle wollten etwas von mir», blickt Kym zurück.

Schwierige Phase

Doch nicht nur das Interesse stieg, sondern auch der Erwartungsdruck. Vor allem bei den Turnieren in der Schweiz. Bei seiner Rückkehr auf die Juniorentour erwartete man von ihm weitere Siege und Spitzenresultate. In der Zeit von März bis August schaffte es Kym im Einzel allerdings nur einmal über die Viertelfinals hinaus.

«Diese Phase war wirklich schwierig für mich», blickt er zurück. «Ich musste mich daher im Sommer ein paar Monate zurückziehen, damit ich mich wieder aufs Training und aufs Tennisspielen konzentrieren konnte.»

Entsprechend gross war die Freude über die starken Resultate in den letzten Wochen. «Gerade bei den Turnieren in Asien konnte ich Vollgas geben und hatte wieder richtig Spass. Ich verspürte weniger Druck und hatte nicht das Gefühl, dass von jedem Match meine ganze Karriere abhängt. Dank diesen guten Resultaten konnte ich wieder Selbstvertrauen tanken fürs neue Jahr.»

In Australien erstmals an einem Junioren Grand Slam

Und das neue Jahr beginnt mit einem ganz besonderen Highlight: Jérôme Kym wird im Januar zum ersten Mal an einem ­Junioren Grand Slam Turnier teilnehmen. Aufgrund seines Rankings – mit dem Jahreswechsel fallen alle Spieler mit Jahrgang 2001 aus der Rangliste, wodurch Kym rund 30 Positionen gewinnt – wird er bei den Australian Open direkt im Hauptfeld antreten können.

«Ich freue mich riesig darauf, dass ich im nächsten Jahr erstmals bei den Grand Slam Turnieren antreten kann. Vor allem auf Wimbledon und die US Open – das sind meine absoluten Favoriten», so Kym.

Für die Australian Open hat er sich kein konkretes Ziel gesteckt. «Da es mein erstes Grand Slam Turnier ist, weiss ich noch nicht genau, was mich erwartet. Ich will einfach mein Tennis spielen und schauen, wie weit mich das bringt», sagt Kym, der mit der Schweizer Delegation am 8. Januar abreisen wird und vor den Australian Open noch ein Vorbereitungsturnier bestreitet.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1