Laufenburg

Museum Schiff: Privatmann spendet 100'000 Franken für die Sanierung

Roland Lenzin, Hans Burger (Präsident Museumsverein), Joe Schnetzler (Projektleiter), Martin Handschin und Fabian Furter (v.l.) am Modell des «neuen» Museums Schiff. Bild: Peter Schütz

Roland Lenzin, Hans Burger (Präsident Museumsverein), Joe Schnetzler (Projektleiter), Martin Handschin und Fabian Furter (v.l.) am Modell des «neuen» Museums Schiff. Bild: Peter Schütz

Rund 100 Personen informierten sich am Donnerstag über die geplante Sanierung des Museums Schiff.

Die beste Nachricht kam zuletzt: Am Ende der ausführlichen Vorstellung des Projekts zur Sanierung und Erweiterung des Museums Schiff an der Informationsveranstaltung im Schulhaus Blauen erklärte Stadtammann Herbert Weiss: «Am Donnerstag hat ein Ortsbürger von Laufenburg mitgeteilt, dass er 100'000 Franken als Spende übernehmen will.» Der Bürger wolle nicht namentlich genannt werden, sagte Weiss, der die Katze erst nach zwei Stunden aus dem Sack liess.

Der Hintergrund: Für die Sanierung und Erweiterung vom Museum Schiff in der Laufenburger Altstadt standen ursprünglich Beiträge durch die Einwohner- und Ortsbürgergemeinde in Höhe von insgesamt 1,45 Millionen Franken im Raum – 800'000 Franken sollte die Einwohnergemeinde, 650'000 die Ortsbürgergemeinde übernehmen. Später wurde eine Umverteilung der Summen vorgenommen, wonach die Einwohnergemeinde jetzt 500'000 Franken und die Ortsbürgergemeinde 850'000 Franken an das Projekt beisteuern sollen – was eine Differenz von 100'000 Franken ergibt. Diese Summe will nun der Laufenburger Bürger ausgleichen.

Die grosszügige Geste eine Woche vor der Gemeindeversammlung, in der über den entsprechenden Antrag vom Gemeinderat abgestimmt wird, musste wie ein Motivationsschub auf die Mitglieder des Museumsvereins und die Projektgruppe mit deren Leiter Joe Schnetzler wirken. Letzterer hatte eine Stunde vor der Mitteilung von Herbert Weiss noch von «mehr Spenden als Ausgleich für den Fall, dass die budgetierte Finanzierung nicht gelingen sollte» gesprochen.

Stadt hat «eine Welle von Investitionen»

Für Schnetzler war klar: «Wir sind uns bewusst, dass das eine gewaltige Investition ist. Aber ein Weiter-wie-bisher macht keinen Sinn.» Und: «Die Bürger haben nicht über einen Kredit von 4,1 Millionen Franken, sondern über 500'000 und 850'000 Franken abzustimmen», so Schnetzler. Auch die deutsche Schwesterstadt Laufenburg soll mit einem Beitrag von 110'000 Franken ins Boot geholt werden. Denn der Museumsverein sei grenzüberschreitend tätig und eine Beteiligung der deutschen Nachbarn würde laut Schnetzler «einen Mehrwert schaffen». Ulrich Krieger, Bürgermeister von Laufenburg-Baden, berichtete auf Anfrage dieser Zeitung am Donnerstag, dass die 110'000 Franken (100'000 Euro) auf fünf Jahre verteilt im städtischen Haushalt budgetiert sind. Die Auszahlung hänge nun vom Entscheid der Schweizer Nachbarn ab.

Neben Schnetzler stellten Fabian Furter und Martin Handschin (imRaum, Baden) das Museumskonzept vor. «Das Museum soll für die Bevölkerung da sein, es soll zur Verbundenheit der Bevölkerung und zur Identifikation mit der Stadt beidseits des Rheins beitragen», bemerkte Handschin. Architekt Roland Lenzin erklärte, das Museum in dem über 400 Jahre alten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäude soll komplett barrierefrei werden und eine neue Heizung erhalten. «Man muss das Kostenmanagement gut unter Kontrolle halten», mahnte er.

Schliesslich Stadtammann Herbert Weiss: Die Stadt habe jetzt eine Welle von Investitionen, «die Schuldenlage steigt bis 2025». Die Finanzlage der Ortsbürger würde es laut Weiss eigentlich zulassen, 1,3 Millionen Franken in das Museum zu investieren, «aber wir finden, dass auch die Einwohnergemeinde ihren Beitrag leisten soll».

In der abschliessenden Fragerunde gab es von den Besuchern überwiegend Bekenntnisse zum Projekt. «Es wäre ein super Mehrwert und eine tolle Investition», sagte ein Votant. «Das Projekt ist seriös gemacht worden, auch die Finanzen sind seriös», meinte ein anderer und fügte an, er würde sich «sehr freuen auf die Einweihung an der Hela 2023». Ein weiterer Votant richtete den Blick auf ein geplantes Dachfenster, das als «Präzedenzfall private Nachahmer auf den Plan rufen könnte». Den Museumsumbau bezeichnete er aber als «im Interesse der Bevölkerung».

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