Fricktal
Münchwilen beschäftigt Asylbewerber – ein Erfolg

Die Gemeinden handhaben Beschäftigungen für Flüchtlinge unterschiedlich. In Münchwilen etwa arbeitet ein Aserbaidschaner beim Bauamt.

Marc Fischer
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Asylsuchende finden in verschiedenen Fricktaler Gemeinden eine Beschäftigung, in Münchwilen beim Bauamt. Symbolbild/key

Asylsuchende finden in verschiedenen Fricktaler Gemeinden eine Beschäftigung, in Münchwilen beim Bauamt. Symbolbild/key

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Asylsuchende haben oft viel Zeit, aber nur wenig Beschäftigungsmöglichkeiten. Arbeiten dürfen sie in der Schweiz grundsätzlich nur, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen und das kantonale Migrationsamt ein Gesuch eines Arbeitgebers bewilligt. Ebenfalls möglich sind Beschäftigungsprogramme.

Seit Ende letzten Jahres läuft ein solches in Münchwilen. Ein Asylsuchender aus Aserbaidschan unterstützt das Bauamtsteam der Gemeinde bei verschiedenen Aufgaben. «Die Bilanz ist positiv», sagt der Münchwiler Gemeindeschreiber Marius Fricker, «wir würden es wieder machen.» Zwar könne der Mann wegen mangelnder Deutschkenntnisse und fehlenden Fachkenntnisse nicht als vollwertiger Mitarbeiter gesehen werden, so Fricker weiter, am wichtigsten sei aber derzeit auch, ihm eine Beschäftigungsmöglichkeit zu bieten. Zudem helfe die Mitarbeit im Bauamtsteam beim Erlernen der Sprache und bei der Integration im Dorf.

So ist es auch wenig überraschend, dass das Münchwiler Beschäftigungsprogramm «bis auf weiteres» weiterläuft, obwohl der Aufnahmestatus des Aserbaidschaners – er ist mittlerweile vorläufig aufgenommen – jüngst geändert hat. Ob das Programm gar noch ausgeweitet wird, ist laut Fricker noch offen. «Bald kommen neue Asylsuchende nach Münchwilen und wir werden die Situation dann wieder beurteilen.»

Anschluss bei externer Firma

Auch in anderen Gemeinden gibt es Asylsuchende, die beschäftigt werden. In Mettauertal hat laut Gemeindeschreiber Florian Wunderlin beispielsweise eine Asylbewerberein kurzfristig im Hausdienst mitgearbeitet. «Aufgrund einer Statusänderung der Aufenthaltsbewilligung» habe man diesen Einsatz aber nach rund zwei Monaten beendet, so Wunderlin. Rückschlüsse oder Empfehlungen könnten aus dieser kurzen Zeit nicht gezogen werden.

Möhlin bietet zwar kein gemeindeeigenes Beschäftigungsprogramm, ist aber bei der ortsansässigen Sozialfirma Trinamo angeschlossen und meldet Asylsuchende dort zur Beschäftigung an. «Das klappt gut», so Gemeindeschreiber Dieter Vossen. Und die Beschäftigung helfe den Asylsuchenden beim Erlernen der deutschen Sprache.

Kein Beschäftigungsprogramm bietet Laufenburg, das derzeit in der geschützten Operationsstätte und in der Asylunterkunft an der Hinteren Bahnhofsstrasse rund 100 Asylsuchende beherbergt. Bis jetzt sei dies kein Thema gewesen, so Gemeindeschreiber Walter Marbot. Es sei auch fraglich, ob es geeignete Beschäftigungen bei den Stadtwerken gebe, so Marbot. Die eigens gegründete IG Asyl sei jedoch in Sachen Beschäftigung aktiv.

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