Wittnau
Mit Respekt gegen Einfalt und Macht

Die Wittnauer Dorfbevölkerung feiert ein schönes Fest am Vorabend des Nationalfeiertages, würdevoll ohne Tamtam und mit einer Glanzrede von Heilpädagoge René Sommer.

Peter Bircher
Drucken
Gute Stimmung herrschte an der Wittnauer 1.-August-Feier. bi

Gute Stimmung herrschte an der Wittnauer 1.-August-Feier. bi

«Wo ist das Negative und wie kann ich es aufblasen, dass möglichst alles negativ erscheint?», stellte der Festredner René Sommer als Heilpädagoge – er ist Leiter der heilpädagogischen Schule in Frick und Schriftsteller – kritisch scharf als Frage an den Anfang seiner Bundesfeier-Rede.

Und er erwähnte weiter: «Das Erfinden von Defiziten wird auch von Leuten missbraucht, die neidisch sind, weil sie selber für ihre Probleme nur ungerechte Lösungen anbieten können, welche die Armen noch ärmer und die Reichen noch reicher machen. Und leider gibt es auch in der Schweiz Leute, denen die Rechte auf Anhörung und auf freie Meinungsäusserung vollkommen egal sind. Es gibt Leute, die unterscheiden wollen zwischen Menschen, die etwas zu sagen haben und Menschen, die nichts zu sagen haben».

Solcher Einfalt und solchem Machtanspruch stellte er das grosse Wort Respekt gegenüber. Respekt vor jedem Menschen, seiner Eigenart, seiner kulturellen, ethnischen, religiösen oder arbeitsweltgeprägten Heimat.

Diesem Respekt verdanke die Schweiz die grosse Stabilität, welche Wirtschaft und Währung vorweisen. Nur dieser Respekt führe zur Achtung von Demokratie und Freiheit.

Das wichtige Miteinander

«Es müssen nicht alle Menschen gleich aussehen, gleich denken und handeln. Wichtig ist, dass wir zusammenarbeiten und zusammenleben können».

Sommer verstand in seiner packenden Ansprache das Publikum mitzunehmen mit vielen kleinen und grossen Begebenheiten aus dem Alltag, offensichtlich auch aus einer grossen Lebenserfahrung des bald Sechzigjährigen.

So war dem Referenten die volle Aufmerksamkeit gewiss und ein grosser lang anhaltender Applaus. Das Rahmenprogramm bestritten die Musikgesellschaft und der Männerchor. Für das leibliche Wohl sorgte der Samariterverein.