Laufenburg

Mehr als 1400 Besucher genossen die Kulturtage – nur der Rock trübt die Bilanz

Publikumsmagnet an den Kulturtagen war die Gruppe Quadro Nuevo mit 230 Zuhörern in der Stadthalle. Roswitha Frey

Publikumsmagnet an den Kulturtagen war die Gruppe Quadro Nuevo mit 230 Zuhörern in der Stadthalle. Roswitha Frey

Die Organisatoren der Kulturtage sind mit den meisten Besucherzahlen zufrieden. Ob Klassik, Weltmusik oder Kabarett: Die Veranstalter haben für ihr abwechslungsreiches Programm ein gutes Feedback erhalten. Nur die Besucherzahlen des Rockkonzerts blieben hinter den Erwarungen zurück.

Überwiegend sonnig präsentierte sich der Laufenburger Kultursommer: Mehr als 1400 Besucher haben das vielfältige Angebot der 17. grenzüberschreitenden Kulturtage «Fliessende Grenzen» genossen.

«Sehr zufrieden» mit dieser Resonanz zeigt sich Renata Vogt, die Vorsitzende des Kulturausschusses beider Laufenburg: «Wir haben ein gutes Feedback bekommen. Viele Leute haben uns gesagt, dass es ein schönes und abwechslungsreiches Programm war.»

Ob Klassik, Weltmusik, Rock oder Kabarett: Auch der deutsche Bürgermeister Ulrich Krieger hat die ganze Bandbreite der Kulturtage als Besucher hautnah miterlebt. «Ich finde es toll, dass so ein abwechslungsreiches Programm geboten wird. Die Kulturtage sind zu einer Marke geworden.»

Spitzenreiter und Enttäuschungen

Spitzenreiter in der Publikumsgunst war die Gruppe Quadro Nuevo mit 320 Zuhörern in der Stadthalle. «Das hat mich überrascht, dass gerade das anspruchsvollste Konzert am besten besucht war», sagt Vogt über den Abend mit dem Ensemble, das osteuropäische Klänge, Tango, italienische Kanzonen und Orientalisches zu einem Weltmusik-Sound vermischt. Ebenfalls herausragend mit 260 Besuchern war der Auftritt der Konzertakrobaten Gogol & Mäx.

Hinter den Erwartungen zurück blieb der Besuch beim Konzert von «Oli Meier & The Brothers», zu dem sich nur rund 100 Rockfans in der Halle einfanden: «Da hätten wir viel mehr Leute erwartet.»

Ob es dem schönen Wetter geschuldet war, können die Veranstalter nur spekulieren. Trotz nicht mal halb voller Halle hätte der aus Bad Säckingen stammende Leadsänger Oli Meier mit seiner Band eine mitreissende Show geboten.

«Es war ein Versuch, nach sehr langer Zeit wieder einmal ein Rockkonzert einzubauen», so Vogt. Doch es habe sich gezeigt, dass der Jazz mehr Leute anspreche. Für das Duo Jess Jochimsen und Manuel Stahlberger und dessen Mix aus Kabarett, Liedern und Diashow «hätten wir uns auch ein paar mehr Leute gewünscht» als die 110, die kamen, so Vogt.

Erfolg für Festivalpass

Ein Erfolg ist der Festivalpass für Quadro Nuevo, Gogol & Mäx und Jochimsen & Stahlberger. Er sei besser angenommen worden als im vorigen Jahr. Vogt will auch weiterhin die Stadthalle in der Schweiz bespielen, «denn der Aufwand mit Bühnenaufbau, Infrastruktur und Bewirtung ist in der Halle viel leichter zu bewältigen».

110 Zuschauer amüsierten sich beim Freilichttheater des Schauspieler- und Musikertrios «I Tre secondi» in der rechtsrheinischen Codmananlage. «Das Wetter hat mitgespielt, es war eine schöne Stimmung, und es gab viele positive Rückmeldungen», so Vogt über die dreisprachige musikalische Komödie.

Zum Figurentheater «Das Geheimnis unter der Erde» in der Schüüre auf der Schweizer Seite kamen 35 Kinder und Erwachsene. Vogt begrüsste es sehr, dass sich auch das Rehmann-Museum wieder beteiligte und sogar eine Begegnung und Gespräche mit Laufenburger Asylbewerbern ermöglicht hat: «In der heutigen Zeit ist es wichtig, solche Brücken zu schlagen.» Und gerade dafür stehen ja auch die beiden Laufenburg.

Das Tango-Wochenende

Wegen der aktuellen Skulpturen-Ausstellung fand das Tangokonzert dieses Mal nicht im Rehmann-Museum, sondern im Schlössle statt. 60 bis 70 Besucher hörten die Gruppe Puerta Sur mit einer Mischung aus Weltmusik, Jazz, Tango und südamerikanischen Melodien. Viele Fans blieben zur anschliessenden Milonga, zu der noch zusätzlich 30 Tanzbegeisterte kamen. Und beim Tangofrühstück auf der Laufenbrücke tanzten rund 100 Leute.

Zum zweiten Mal war das Festival «Junge Klassik» Teil der Kulturtage. «Die Junge Klassik war wieder ein grosser Erfolg», sagt Brigitte Chymo vom Kulturamt über die Matinee und die zwei Konzertabende der jungen Talente um die Cellistin Natalia Dauer, die vor vollen Reihen im Schlössle spielten.

Die Kammermusik- und Solobeiträge der aufstrebenden Musikerinnen und Musiker begeisterten ein Klassikpublikum weit über Laufenburg hinaus. «Wir sind zufrieden und denken, dass wir im nächsten Jahr weitermachen», so Chymo.

Gut gelaufen sei auch die Kunstausstellung der Sportlerin Stefanie Böhler im Tourismus- und Kulturamt: «Die Ausstellung und die Matinee mit Stefanie Böhler kamen gut an, auch das war ein voller Erfolg.»

Planungen für 2017 laufen

Renata Vogt und ihr Team planen schon für die Kulturtage 2017 – und verraten so viel: Es gibt wieder ein Tangokonzert mit Milonga, zudem ein Jazz-Event, ein Konzert mit dem Klezmer-Ensemble Yxalag und eine Theateraufführung. Vogt möchte gerne das Freie Theater Tempus fugit aus Lörrach nach Laufenburg holen.

Meistgesehen

Artboard 1