Laufenburg

Laufenburg hat einen Löwen auf dem Wappen - aber wieso?

Auf der Ruine weht die Fahne mit dem Löwen.

Auf der Ruine weht die Fahne mit dem Löwen.

Schon das erste Stadtsiegel zeigte im 13.Jahrhundert das Wappentier. Woher die Idee kommt und wer dafür verantwortlich ist.

Wenn man an ­Tiere denkt, die mit Laufenburg in Verbindung stehen, fallen einem unwillkürlich der Salm ein – und der Löwe. Der König der Tiere schmückt nämlich das Wappen der beiden Schwesterstädte.

Zu verdanken ist dies den Habsburgern. Die Wahl des Löwen als Wappentier war dabei nicht ungewöhnlich, denn der Löwe spielte seit jeher eine grosse Rolle in der Heraldik.

Bei den Ägyptern galt er als Symbol des Königtums, ebenso in Griechenland und Rom. Auch im Christentum spielte er eine vielfältige Rolle: Als Attribut des Evangelisten Markus, als Begleiter des heiligen Hieronymus, und oft wird auch Christus als «Löwe von Judäa» beschrieben. In der frühchristlichen «naturkundlichen» Schrift Physiologus ist der Löwe ebenfalls ein Christussymbol.

Analogie zu Jesus Christus

Die damalige Theologie interessierte sich nicht für die empirischen Naturerscheinungen selbst, sondern band das, was man von der Natur zu wissen glaubte, in eine heilsgeschichtliche Dimension ein, deren Wahrheit als unumstösslich galt.

So glaubte man, die Jungen des Löwen würden zuerst tot geboren. Drei Tage später, so die Schrift, erwecke der Löwe die toten Jungen durch sein Gebrüll zum Leben – ganz in Analogie zu Jesus Christus, der nach drei Tagen auferstand.

Löwe gehörte zu beliebtesten Wappenfiguren

Kein Wunder, dass der Löwe zu den beliebtesten Wappenfiguren des Adels zählte. Die Habsburger bildeten daher keine Ausnahme, als sie den Löwen zu ihrem ältesten Wahrzeichen auswählten, bis sich gegen Ende des 14. Jahrhunderts die österreichischen Wappen durchsetzten.

Bereits im Jahr 1173 gewann eine Nebenlinie der Grafen von Habsburg die Vogtei über das Stift Säckingen und somit auch über Laufenburg. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort zur Stadt. Schon das älteste Stadtsiegel, dessen frühester Abdruck aus dem Jahr 1275 vorliegt, und alle weiteren Siegel zeigen den Habsburger Löwen.

Zur Zeit der Romanik war die Abbildung des Löwen ornamental und flächig, doch die Form – der Löwe steht aufrecht im Schild und füllt dieses völlig aus – blieb über die Jahrhunderte erhalten und wurde nur dem Zeitgeschmack angepasst.

Verschiedene Darstellungen der Löwen

Die gotischen Löwen sind schlank und gestreckt, ihr Kopf ist lang und spitz. Das linke Hinterbein weist senkrecht nach unten, das rechte Hinterbein ist nach oben gerichtet, wie auch das rechte Vorderbein.

Der Rachen ist nur wenig geöffnet, die Krallen erscheinen lang und dünn. Allmählich näherte sich der Kopf ein wenig der natürlichen Form, und eine Mähne beginnt sich abzuzeichnen.

In der Spätgotik erscheint der Körper manchmal auch geneigt, die Details werden immer dekorativer ausgeschmückt, und die Mimik wirkt manchmal angriffslustig.

In Renaissance und Barock weicht die strenge Grundform einer stets üppiger und schwungvoller werdenden Ornamentik.

Der Rachen ist weit aufgerissen, und die Löwen wirken oft regelrecht bizarr. Der Laufenburger Löwe hingegen blieb der gotischen Form treu.

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