Frick

Langfinger bevorzugen Weihnachtsmärkte – doch den Fricktaler lassen sie aus

Auf dem Fricker Weihnachtsmarkt 2019 ging es friedvoll zu.

Auf dem Fricker Weihnachtsmarkt 2019 ging es friedvoll zu.

Die Polizei zeigt sich an Fricktaler Adventsmärkten, um Diebe abzuschrecken ­– bisher mit Erfolg. Im Fricktal sind noch keine Langfinger am Werk gewesen.

Dekoartikel, kunstvoll hergestellte Weihnachtsgeschenke, Schmuck und Duftkerzen – der Fricker Weihnachtsmarkt lockte vergangenen Samstag mit einem breiten Sortiment an Waren rund 10'000 Besucher an. Auch für die grenzüberschreitende Altstadtweihnacht in Laufenburg, am Donnerstagabend eröffnet und am Sonntag endet, rechnen die Veranstalter mit einem grossen Andrang.

Oftmals rufen die Weihnachtsmärkte auch Langfinger auf den Plan. Sie nutzen die ­Anonymität des Gedränges und ziehen Portemonnaies aus Handtaschen oder stecken die angebotene Ware in einem unbeobachteten Moment ein, etwa wenn der Standbetreiber gerade ein Schwätzchen mit dem Kunden hält.

Eine friedliche Veranstaltung

Dies weiss auch die Polizei Oberes Fricktal, die auf dem Fricker Weihnachtsmarkt Präsenz zeigte, um Langfinger abzuschrecken. Mit Erfolg, wie Polizeichef Werner Bertschi berichtet.

«Wir hatten weder Meldungen über einen Diebstahl noch irgendeinen Vorfall zu verzeichnen, der unseren Einsatz erfordert hat. Es war durchweg eine friedliche Veranstaltung.»

Dies kann auch Rolf Senger aus Oberhof bestätigen, der am Fricker Weihnachtsmarkt unter anderem Rösti-Raffeln, Gemüse-Hobel und Stabreiben feilbot. Seit fast 20 Jahren besucht Senger die Märkte der Region und sagt: «Ich kann auf Holz klopfen, mir wurde noch nie irgendetwas geklaut.»

Wenn Senger alleine auf einem Markt verkauft und über die Mittagszeit etwas isst, hat er seinen Stand auch schon mal mehrere Minuten nicht im Blick.

Handyhüllen sind bei Langfingern beliebt

«Meine Ware ist nicht gerade diejenige, die von Langfingern bevorzugt wird», sagt er und erzählt vom Weihnachtsmarkt in Reinach, wo vor wenigen Tagen einem Standbetreiber mehrer Handyhüllen abhanden kamen und dieser Anzeige erstattete.

Ebenfalls mit einem Stand am Fricker Weihnachtsmarkt präsent war Claudio Meier, der in Rheinfelden den Laden ­Cameleon betreibt. Meier verkaufte unter anderem Kuschelsocken für neun Franken für zwei Paare. Die Kuschelsocken waren seitlich neben dem Stand platziert.

«Falls mir etwas geklaut worden wäre, hätte ich es nicht bemerkt», sagt er. Und selbst wenn, würde er wegen ein paar Franken nicht zur Polizei rennen.

Meier geht davon aus, dass es sich um Kleptomanen handeln muss, die Waren im Wert von wenigen Franken stehlen. «Denn eigentlich geht keiner ohne Geld im Sack auf den Weihnachtsmarkt», sagt er.

Autor

Dennis Kalt

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