Oberstufenzentrum Fischingertal

Kurz vor der Abstimmung kommen nur wenige Interessierte ins Oberstufenzentrum

Eine Woche vor Urnengang führte die Referendumsgruppe durch das Oberstufenzentrum Fischingertal in Mumpf.

Der Countdown läuft. Kommenden Sonntag, 9. Februar, wird in Mumpf, Schupfart, Obermumpf und Wallbach an der Urne über die Zukunft des Oberstufenzentrums Fischingertal (OSZF) entschieden. Das Stimmvolk der vier Trägergemeinden des OSZF muss abwägen, was mit dem 15 Jahre alten, seit Sommer 2019 leer stehenden Schulhaus am Mumpfer Ortsrand geschieht.

Entweder wird es gemäss Schulvorstand an die Stiftung MBF, die darin eine Heilpädagogische Schule betreiben möchte, für 9,3 Millionen Franken verkauft. Oder es wird im Sinne des Referendumskomitees als Standort für die Primarstufen genutzt.

Nur etwa ein Dutzend Interessierte war da

Wie die Stimmung in der Bevölkerung eine Woche vor der Abstimmung ist, liess sich am Samstag an einer Vorortbesichtigung aber nicht ermitteln – nur etwa ein Dutzend Interessierte liess sich von Laurence Prandstetter, Gerhard Trottmann und Beatrice Meyer das Schulhaus zeigen, das aus ihrer Sicht ideal wäre für die Primarstufen 1 bis 6.

«Hier hätten bis zu 250 Schüler Platz», sagte Trottmann, ehemaliger Lehrer des OSZF. Die Infrastruktur sei für diese grosse Schülerzahl ausgelegt: elf Klassenzimmer, die meisten mit Gruppenräumen, eine Aula, eine Mediathek, ein Tagesstrukturraum, eine Küche. Was er ausserdem an dem Schulhaus schätzt, sind die zeitgemäss ausgestatteten Werkstätten für Arbeiten mit Nähmaschine, Holz, Kartonage, Metall oder Ton.

«An der Einweihung des Schulhauses hiess es, dies sei der schönste Werkraum im Aargau», sagte er. Und: «Einen Raum mit Brennofen für Keramik hat sonst keine Schule im Fischingertal.» Sein Fazit: «Es ist alles da.» Unter Umständen müssten die Toiletten den Körpergrössen der Primarschüler angepasst werden, aber das, so sein Eindruck, wäre ein überschaubarer Aufwand. Dem Komitee sei voll bewusst, warum es das Referendum ergriffen hat.

Nun liegt es am Volk, zu zeigen, was es will

Ob in dem Schulhaus Ober- oder Primarstufe unterrichtet wird, spiele keine Rolle. Dass die Oberstufe mit den Klassen 7 bis 9 von 180 auf 60 Schüler schrumpfte – zu wenig, um das OSZF weiter betreiben zu können – führte er auf verschiedene Umstände zurück. Einer davon die Umstellung des Schulsystems auf 6/3 (6 Jahre Primar-, 3 Jahre Oberstufe) und die geburtsschwachen Jahrgänge. Die Zahlen im Bericht des Primarschulverbandes Fischingertal zeigen jedoch, dass die Schülerzahlen wieder ansteigen.

Aber eben: Hinter der Zukunft des Schulhauses steht ein Fragezeichen. Dies auch, weil sich die drei Gemeinden des Primarschulverbands Fischingertal Mumpf, Obermumpf und Schupfart nicht einig sind. «Die Behörden von Obermumpf und Schupfart sind nicht gewillt, ihre Primarschüler ausschliesslich nach Mumpf zu schicken», berichtete Trottmann, «aber das Volk ist nie gefragt worden».

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