In elf Schaufenstern der Fischergasse stellen elf Künstler aus der Region ein Werk zum Thema «Schaufenster» aus. Die Lokalität wurde den Kunstschaffenden zugelost. Während die Künstler eine kleine Entschädigung erhalten, stellen die Hausbesitzer die Fenster unentgeltlich zur Verfügung.

«Die Werke entstehen eigens für diese Ausstellung, teilweise werden es auch temporäre Installationen sein», erklärt Dora Freiermuth, die künstlerische Leiterin der Ausstellung, die ihr Atelier selber an der Fischergasse hat und ebenfalls ein Werk beisteuert. Fünf Wochen dauert die Ausstellung. Sie ist Tag und Nacht frei zugänglich. Freiermuth ist überzeugt, dass das Konzept «die Schwellenangst vor Kunst» senkt, da die Besucher einfach durch die Gasse spazieren und nach Lust und Laune verweilen können.

Nach der Kulturnacht findet am 30. September ein Begleitanlass statt. Ab 21 Uhr spielen dann Gino Suter und Andrei Ichtchenko Jazz und Klezmer. Für den Verkehr ist die Gasse an diesem Abend gesperrt, das Publikum sitzt inmitten der gestalteten Fenster. Sollte das Wetter nicht mitspielen, findet die Veranstaltung im ehemaligen Restaurant Meerfräulein statt.

Ziel: Optische Aufwertung

Entstanden ist die Ausstellung «Freie Fenster» aus einem Projekt des Forums Altstadt. Ziel des Projektes war es die Schaufenster in der Altstadt – vor allem die ungenutzten oder selten gepflegten – optisch aufzuwerten. Alle rund 70 Eigentümer von Liegenschaften mit Parterre-Fenstern wurden zu diesem Zweck angeschrieben.

«Nach einem Workshop bildete sich eine Projektgruppe mit dem Auftrag, ein Konzept zu erstellen», blickte Roland Lenzin, der die organisatorische Leitung innehat, zurück. Dabei habe sich gezeigt, dass «an der Fischergasse viele Liegenschaftsbesitzer bereit sind, mitzumachen».

Deshalb habe man beschlossen, nicht bloss ein Konzept zu erarbeiten, sondern gleich einen ersten Durchlauf durchzuführen, zu analysieren und alles in einer Dokumentation festzuhalten. «Ziel ist es, dass alljährlich eine Ausstellung von rund fünf Wochen stattfindet», so Freiermuth. Eine längere Zeitdauer, das hätten Gespräche mit Liegenschaftsbesitzern gezeigt, senke deren Teilnahmebereitschaft.

Auf badische Seite ausweiten

Beim Pilotprojekt in der Fischergasse werden noch keine bislang brachliegenden Fenster belebt. Alle Schaufenster werden bereits jetzt in irgendeiner Form – teilweise auch künstlerisch – genutzt. «Wir werden aber die übrigen Liegenschaftsbesitzer stets weiter informieren und hoffen, dass künftig auch weitere mitmachen», so Lenzin. Zusagen gebe es allerdings noch keine.

Dennoch sollen bei weiteren Durchführungen auch andere Teile der Altstadt bespielt werden und «wir möchten das Konzept auch auf die badische Seite ausweiten», so Lenzin. Die Erhebungen und Kontaktaufnahmen mit den Liegenschaftsbesitzern sind dort allerdings noch nicht erfolgt.

Noch nicht gesichert ist auch die weitere Finanzierung. Beim Pilotprojekt übernimmt der Jurapark Aargau rund die Hälfte der Kosten von 22 000 Franken. Die andere Hälfte steuern sieben ortsansässige Firmen sowie die Stadt bei. Doch einzig mit dem Jurapark besteht laut Lenzin eine längerfristige Vereinbarung. «Bei einem Erfolg der Ausstellung werden wir versuchen, mit der Dokumentation weitere Sponsoren zu akquirieren», so Lenzin.