Vor zweieinhalb Jahren sorgte die Parzelle 192, die rund 12 000 Quadratmeter grosse freie Landfläche bei der christkatholischen Kirche in Magden, für heftige Diskussionen. Das Land, das sich in der Zone für öffentliche Bauten befindet, sollte im Rahmen der Gesamtrevision der Nutzungsplanung teilweise in die Wohnzone umgezont werden.

An der damaligen Gemeindeversammlung entschied der Souverän aber anders: Er hiess einen Rückweisungsantrag gut, in dem gefordert wurde, das Geschäft zu überarbeiten und mit Ausnahme der bestehenden Bauten einer Grünzone zuzuweisen (die AZ berichtete).

Nun ist die Parzelle 192 an der Gemeindeversammlung wieder Gegenstand eines Traktandums. Diesmal erwartet Ammann André Schreyer aber keine hitzigen Debatten mehr. «Denn wir haben mit den Beteiligten Gespräche geführt und einen Kompromiss gefunden.» Dieser sieht vor, dass die Parzelle in der Zone für öffentliche Bauten verbleibt.

Christkatholiken stimmten zu

Die Gruppierung «4312», hatte 2016 unter anderem damit argumentiert, dass die denkmalgeschützte Kirche einen Freiraum benötige und die unüberbaute Flache auch künftig erhalten bleiben solle. Sie sei nun zufrieden, da die Überbauungsmöglichkeiten in der Zone für öffentliche Bauten stark eingeschränkt sind, so Schreyer an der Präsentation der Versammlungstraktanden.

Auch die christkatholische Kirchgemeinde habe dem Kompromiss zugestimmt, da öffentliche Bauten, wie etwa ein Altersheim, weiterhin möglich seien. Die Umzonung in eine Grünzone lehnte der Gemeinderat ab, da hohe Entschädigungsansprüche auf die Gemeinde hätten zukommen können. Folgt der Souverän dem gemeinderätlichen Antrag, wird die Parzelle vorläufig wohl weiter landwirtschaftlich genutzt.

Neben der Parzelle 192 stehen zwei Kreditanträge auf der Traktandenliste. Einerseits beantragt der Gemeinderat 605 000 Franken für den Umbau des Schulhauses, sowie Mobiliar- und IT-Infrastruktur-Anschaffungen. Die Räumlichkeiten sollen an die Bedürfnisse der Primarschule angepasst und für den Lehrplan 21 bereit gemacht werden. «Darin wird pro Klasse ein zusätzlicher Arbeitsraum für Gruppen verlangt», so Schreyer. Durch die Unterteilung von Schulzimmern soll dies erreicht werden. Die komplette Ausrichtung auf die Primaschule ist möglich, weil ab dem Schuljahr 2019/20 keine Oberstufenschüler mehr in Magden unterrichtet werden. Die Massnahmen sollen bis im kommenden Sommer umgesetzt sein.

In der zweiten Kreditvorlage beantragt der Gemeinderat 240 000 Franken für den Kauf des Forstwerkhofs von der Ortsbürgergemeinde. Im Rahmen der Nutzungsplanrevision wurde die Parzelle bereits in die Zone für öffentliche Bauten umgezont. «Wir suchen schon seit langem einen Platz für das Bauamt», erklärte Gemeinderat Rudolf Hertrich. Dieses soll nun samt Entsorgungsstelle beim Forstwerkhof entstehen. «Nächstes Jahr werden wir eine Studie mit Varianten erarbeiten», so Hertrich.

Offene Jugendarbeit eingeführt

Im Budget 2019 hat die Gemeinde zusätzliche 16 000 Franken für eine offene Jugendarbeit eingestellt. Man habe den Verein Schjkk aus Rheinfelden damit beauftragt, so Schreyer. Hintergrund der Massnahme, die bereits umgesetzt ist, ist die Zunahme von Littering und Vandalenakten. «Abends wird künftig regelmässig ein Jugendarbeiter in der Gemeinde unterwegs sein und mit Jugendlichen das Gespräch suchen», so der Ammann. Der bestehende Jugendraum bleibe wie gewohnt geöffnet.

Das Budget basiert auf dem unveränderten Steuerfuss von 95 Prozent. Mit Blick auf die deutlichen Mehrkosten im Bereich Finanzausgleich, sagte Schreyer: «Wir können die Mehrbelastungen mit gleichbleibendem Steuerfuss tragen, die Luft wird aber dünner.» So rechnet die Gemeinde im Finanzplan bis ins Jahr 2028 damit, dass das Vermögen aufgebraucht wird und sich eine Nettoschuld von gut 1000 Franken pro Einwohner anhäuft. Dieser Wert liege aber weiter deutlich unter dem kantonalen Richtwert von 2500 Franken, so Schreyer.

Gemeindeversammlung: Freitag, 7. Dezember, 20 Uhr, Gemeindesaal.