Kaiseraugst

Keine Verschandelung: Asterix-Graffitis zieren Bahnunterführung legalerweise

Die Gemeinde Kaiseraugst bewilligte die Motive – die beiden Streetart-Künstler wollen für legales Sprayen sensibilisieren.

Asterix, Obelix, Miraculix und Idefix zieren neuerdings die Bahnunterführung nahe der Thommen AG in Kaiseraugst. «Tool8» und «Niro» – mit bürgerlichem Namen heissen die beiden Streetart-Künstler Angelo Schreiber und Manuel Giger – haben die Graffitis in den letzten Tagen angebracht. Gestern verpassten sie ihrem Werk, das den Namen «Asterix in Augusta Raurica» trägt, den letzten Schliff.

«Tool8» wohnt selber in Kaiseraugst – und war auf der Suche nach Wänden, die er legal besprayen durfte. «Ich habe deshalb bei der Gemeinde einen Antrag auf freie Flächen gestellt», sagt er. Man kam ins Gespräch, und die Gemeinde schlug letztlich die Bahnunterführung vor, da sie «sehr kahl und nicht sehr einladend aussieht», wie die stellvertretende Gemeindeschreiberin Sabine Schär sagt. Man wolle die Unterführung mit den bewilligten Graffitis aufwerten. Angedacht ist auch, dass die Motive in unregelmässigen Abständen verändert werden.

Anlehnung an die römische Vergangenheit

«Tool8» und «Niro» haben schon in der Roten Fabrik in Zürich ein gemeinsames Projekt umgesetzt. Nun haben sie innerhalb von rund einer Woche die Graffitis am Südeingang der Unterführung realisiert. «Aufgrund des regnerischen Wetters mussten wir die Arbeiten immer wieder unterbrechen», so die beiden Streetart-Künstler. Entstanden sind Szenen mit bekannten Figuren aus den «Asterix und Obelix»-Comics. «Für uns war bald klar, dass wir die römische Vergangenheit von Kaiseraugst aufnehmen wollen», erklären «Tool8» und «Niro».

Eingebaut haben sie auch verschiedene Details, die auf Kaiseraugst oder die nähere Umgebung verweisen. Der Gemeinde haben die beiden einen Erstentwurf zukommen lassen. «Sie hat uns bei der Gestaltung aber sehr grosse Freiheiten gelassen», betonen die beiden Künstler. Ihnen ist es wichtig, durch ihr Werk zu zeigen, dass man legal und niveauvoll Graffitis sprayen kann. «Es ist allerdings sehr schwierig, Wände zu finden», sagt «Tool8». «Die Gesellschaft könnte hier mehr tun und jungen Künstlern Möglichkeiten anbieten.»

Positives Feedback in den sozialen Medien

Um auf dieses Anliegen aufmerksam zu machen, haben die beiden Streetart-Künstler «Asterix in Augusta Raurica» ohne finanzielle Gegenleistung der Gemeinde realisiert. Unterstützung erhielten sie dabei von Ace Records Basel, der die Farbdosen zur Verfügung stellte.

In der Facebook-Gruppe «Kaiseraugst lebt» wurde von Usern bereits ein Video online gestellt, dass die Graffitis zeigt. Die beiden Streetart-Künstler erhalten dabei in den Kommentaren viel Lob. 1000 Mal schöner als die kahle Betonwand seien die Graffitis, schreibt ein User. Andere werfen bereits die Frage auf, ob nicht auch andere Unterführungen verschönert werden könnten. Und vereinzelt macht man sich Sorgen, dass die Graffitis bald verschandelt werden könnten. Um dies zu verhindern, müsste man sie mit einem Schutzmittel versiegeln. «Für uns ist das zu kostenaufwendig», sagt «Tool8». «Wenn gewünscht, müsste die Gemeinde den Schutz anbringen lassen.»

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