Die asiatische Tigermücke breitet sich seit einigen Jahren in Europa aus. Auch in der Oberrhein-Region kommt die potenzielle Überträgerin von Dengue- und Chikunguya-Fieber mittlerweile vor. Im Rahmen eines trinationalen Interreg-Projekts zur Überwachung und Bekämpfung der ungeliebten Einwanderin stehen seit Juni in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Aargau 84 Fallen.

Erstmals wurden in diesem Projekt auch sechs Fallen im Fricktal – genauer: in Kaiseraugst – installiert. Für diese Fallen gibt Pie Müller, Entomologe und Leiter der Arbeitsgruppe Vektorkontrolle am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) trotz des Hitzesommers Entwarnung. «Bislang haben wir dort keine Eier und keine lebenden Tiere entdeckt», sagt er. Im Kanton Aargau habe es dieses Jahr bislang nur vereinzelt Funde an Autobahnraststätten gegeben, so Müller. Über die Sichtungen auf badischer Rheinseite – im Juni gab es etwa Meldungen aus Bad Säckingen – sei man dank des Projekts ebenfalls informiert.

Mücken mögen die Hitze

Während es im Fricktal also keine Anzeichen für eine Population der Asiatischen Tigermücke gibt, ist dies in Basel anders. «Hier gab es dieses Jahr an den bekannten Orten vermehrt Funde», so Müller. Erste Sichtungen habe es schon früh im Jahr gegeben. «Es wäre also möglich, dass die Population sogar überwintert hat.» Erhärten oder widerlegen lasse sich dieser Verdacht aber erst mit weitergehenden DNAUntersuchungen. So oder so habe der Kanton Basel-Stadt aber bereits Massnahmen zur Bekämpfung der Mücken, die meist passiv in Fahrzeugen eingeschleppt werden, ergriffen.

Temperaturmässig sei der Hitzesommer 2018 den Asiatischen Tigermücken sicherlich entgegengekommen, so Müller weiter. «Allerdings gab es durch die Trockenheit auch etwas weniger Brutplätze.» Welche Auswirkungen der Sommer und die aktuell weiterhin warmen Temperaturen auf die MückenPopulation längerfristig haben, kann noch nicht beantwortet werden. «Die allgemeine Tendenz ist jedoch, dass es immer wärmer wird», ist sich Müller bewusst. Ein Anlass zur Panik sei dies derzeit nicht, aber man sei «grundsätzlich besorgt», dass sich die Tigermücke weiter ausbreiten könnte.

Zur Prävention kann jedermann beitragen, indem er potenzielle Brutstätten in Siedlungsgebieten wie etwa Regentonnen oder Blumentopfuntersetzer vermeidet, zudeckt oder zumindest regelmässig leert.