Kreisschule Thierstein

«Kann Unwahrheiten nicht ausstehen»: Ehemalige Gipf-Oberfricker Gemeinderätin greift Gertrud Häseli an

Im Wegenstettertal werden seit kurzem Unterschriften gesammelt, um die Zukunft der Kreisschule zu sichern.

Im Wegenstettertal werden seit kurzem Unterschriften gesammelt, um die Zukunft der Kreisschule zu sichern.

Nachdem der Wittnauer Gemeinderat sich gegen das Projekt Kreisschule Thierstein entschieden hat, schaltet sich nun Daniela Slania ein. Die Gipf-Oberfricker alt Gemeinderätin greift wegen des Schulentscheids Gertrud Häseli an.

Rund um die angedachte Kreisschule Thiersteinberg kehrt weiterhin keine Ruhe ein. Der Entscheid des Wittnauer Gemeinderats, sich gegen einen Zusammenschluss der Kreisschule Wegenstetten-Hellikon und der Regionalen Oberstufenschule in Gipf-Oberfrick zu stellen, sorgt seit Wochen für heftige Diskussionen (die AZ berichtete). Jetzt meldet sich mit Daniela Slania die ehemalige Schulgemeinderätin von Gipf-Oberfrick zu Wort. Slania sass von 2014 bis 2017 im Gemeinderat.

«Wenn ich etwas nicht ausstehen kann, sind es Unwahrheiten», schreibt sie in einem Brief und wendet sich direkt an Gertrud Häseli, Gemeinderätin in Wittnau und offene Gegnerin eines Zusammenschlusses: «Bei einem Zusammenschluss der Schulen entstünde – entgegen Ihren Aussagen – beiderseits kein Qualitätsverlust», schreibt Slania. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall. «Andernfalls würden die Schulleitungen und Schulpflegen beider Schulen sicherlich nicht für das gemeinsame Konzept einstehen», so Slania.

«Auch in Möhlin steht das Wohl der Kinder im Vordergrund»

Slania vermutet hinter Häselis Argumentation rein politisches Kalkül. «Strukturen abbauen und zentralisieren scheint Ihre Devise zu sein. Mir ist es ein Anliegen, dass die Bevölkerung weiss, dass es Ihnen bei dieser Sache nur um Ideologie – nämlich die Zentralisierung – geht und nicht um das Wohl der Kinder», schreibt Slania, noch immer direkt an Häseli gewandt.

Die Wittnauer Gemeinderätin ihrerseits bestreitet dies gar nicht, sagt vielmehr: «Ja, ich setze mich für eine verstärkte Zusammenarbeit ein, dort, wo dies auch geografisch sinnvoll ist.» Und das Wohl der Kinder, fügt Häseli an, «steht sicher auch bei der Schule Möhlin im Vordergrund.» Dort würden die Oberstufenschülerinnen und -schüler aus dem Wegenstettertal wohl nach Auflösung des Schulstandorts künftig den Unterricht besuchen.

Der Souverän soll überall abstimmen dürfen

Sie wolle nicht, dass «das Ganze zu einem heimtückischen Spiel hinter den Kulissen» ausarte, schreibt Slania weiter. Sie verweist auf den bestehenden Vertrag über die Regionale Oberstufenschule. Darin ist festgeschrieben, dass eine Änderung oder Auflösung des Vertrags nur mit Zustimmung durch die einzelnen Gemeindeversammlungen möglich ist.

Slania fordert daher, dass der Souverän in allen Gemeinden über einen Zusammenschluss abstimmen kann und fragt: «Wieso weigern sich gewisse Politiker, das Volk darüber abstimmen zu lassen? Haben sie Angst vor der Volksmeinung?»

Gertrud Häseli verneint Letzteres. Der Entscheid gegen einen Zusammenschluss sei im Gemeinderat – «der demokratisch legitimierten Entscheidungsbehörde» – einstimmig gefallen. «Sollte es in der Wittnauer Bevölkerung das Anliegen geben, über den Zusammenschluss abzustimmen, stehen wir dem offen gegenüber», so Häseli. Bisher aber habe sie diesbezüglich noch keine Signale erhalten.

Es gibt wohl zwei Unterschriftensammlungen

Das wiederum könnte sich rasch ändern. Die AZ weiss: In Wittnau laufen die Vorbereitungen für eine Unterschriftensammlung, die zum Ziel hat, das Thema vor das Volk zu bringen. In die Karten spielen könnte den Befürwortern des Zusammenschlusses dabei eine weitere Unterschriftensammlung, die im Wegenstettertal angestossen wurde.

Das primäre Ziel sei es, dass der Kanton die Ausnahme­bewilligung für die Kreisschule Wegenstetten-Hellikon über den Sommer hinaus verlängere, sagt Initiant Herbert Lützelschwab. Und: «Es geht auch darum, ein Zeichen zu setzen.» Ausserdem, so Lützelschwab, könnte mit der Verlängerung der Ausnahmebewilligung auch Zeit gewonnen werden für einen Volksentscheid zum Zusammenschluss.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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