Kaisten
Am 21. Troubadix auf dem Endelhof gab es Mundartlieder mit viel Charme

An dem Ort, an dem das Liederfestival 1999 ausgetragen wurde, fanden sich am Pfingstsonntag 14 Musikerinnen und Musiker ein und begeisterten das Publikum. Als Sieger ging ein Fricktaler hervor.

Peter Schütz
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Gabriel Kramer, im Duett mit Sonja Wunderlin, gewann das Troubadix mit dem Lied Licht.

Gabriel Kramer, im Duett mit Sonja Wunderlin, gewann das Troubadix mit dem Lied Licht.

Bild: Peter Schütz

Teutates, der gallische Stammesgott, war den Mundartbarden wohl gesinnt. Das 21. Troubadix-Liederfestival auf dem Endelhof in Kaisten fand am Pfingstsonntag bei idealem Wetter statt. Viel Sonne und ein paar Wolken, die aber keinen Regen brachten – die Stimmung war entsprechend locker. Woran die coronabedingten Vorgaben wie Maskenpflicht, Konsumationsverbot auf dem Gelände, Kontaktpersonennachverfolgung und auf 100 Personen beschränkter Zulass nichts änderten.

Coronabedingt gab es auf dem Endelhof grosse Abstände zwischen den Gästen.

Coronabedingt gab es auf dem Endelhof grosse Abstände zwischen den Gästen.

Bild: Peter Schütz

Corona selbst spielte in den vorgetragenen Liedern nur eine Nebenrolle. Die Liebe kam am häufigsten vor, daraus resultierende Beziehungen oder Sehnsüchte, die Natur, das Menschsein an sich, Steine, Tiere. Mit 14 Musikerinnen und Musikern war das Teilnehmerfeld weniger üppig als in den Vorjahren bestückt. Der Qualität der Vorträge tat dies jedoch keinen Abbruch.

Wer die Bühne betrat, musste nicht das Schicksal des dem Festival den Namen gebenden gallischen Barden fürchten. Niemand wurde gefesselt an einen Baum gehängt, nur weil er oder sie die Laute anschlug – im Gegenteil. Viel Beifall war der Musiker Lohn. Und einen Sieger gab es auch: Gabriel Kramer aus Laufenburg gewann mit Licht knapp vor Andreas Fröhlich.

Die Siegerin 2020 führte durch das Programm

Das 21. Troubadix-Mundartliederfestival kehrte am Sonntag dorthin zurück, wo es angefangen hatte. 1999 kam es erstmals auf Initiative von Gabriel Kramer und Ivo Roesch auf dem Endelhof in Kaisten zu Stande. Pfingsten blieb als Zeitpunkt, nur die Orte wechselten in den Jahren danach. Stationen waren unter anderem Laufenburg, Aarau, Baden, Bremgarten, Windisch. Das Festival gewann Beachtung und Fans.

Selbst Corona konnte es nicht wirklich ausbremsen. Letzten November fand es nachträglich in Brugg statt. Als Siegerin ging damals Irene Mazza hervor. Am Sonntag gehörte sie nicht zu den Auftretenden, stattdessen führte sie durchs Programm. Dieses war in drei Blöcke aufgeteilt.

Nicole Kaiser sang über das Steinsammeln.

Nicole Kaiser sang über das Steinsammeln.

Bild: Peter Schütz

Die ersten zwei Blöcke bildeten je sieben Liedermacher, im dritten traten diejenigen mit den meisten vom Publikum vergebenen Stimmen auf. Gespielt wurde überwiegend mit Gitarre, gesungen ausnahmslos in Mundart oder alemannisch. «Ist das nicht ein Höllenwahnsinn, was die Liebe aus uns macht?», sang Georg Albiez aus Ibach im Schwarzwald am Akkordeon.

David Häggi trat mit Akkordeon auf.

David Häggi trat mit Akkordeon auf.

Bild: Peter Schütz

Gabriel Kramer und David Häggi begaben sich musikalisch auf Partnersuche, Nicole Kaiser sang über das Steinsammeln, Julia Costa ging zur Quelle zurück. Andreas Fröhlich begab sich mit den Original Fidelen Endelhofer Spatzen (Kramer, Roesch) und einem eingängigen Refrain auf die Spuren des Homeoffice.

Da die Lieder nicht älter als ein Jahr sein durften, kam das Publikum in den Genuss von ausschliesslich öffentlichen Premieren. Eine weitere Vorgabe war, dass die Lieder in Mundart gesungen werden mussten – Englisch und andere Sprachen waren ausgeschlossen. Das Troubadix hat den Beweis erbracht, dass Mundartlieder nichts von ihrem Charme verloren haben.

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