Fricktal

Jurapark-Label: Kleine Marke mit grosser Marktwirkung

Vreni Buol (links) und Cornelia Brennwald vom Fricker ArboVitis-Team sind stolz auf ihre zertifizierten Bio-Produkte. sh

Vreni Buol (links) und Cornelia Brennwald vom Fricker ArboVitis-Team sind stolz auf ihre zertifizierten Bio-Produkte. sh

Damit ein Produkt mit beispielsweise mit dem Jurapark-Label ausgezeichnet wird, braucht es Zeit, Arbeit und Geld. Der Zertifizierungsprozess, lohnt sich gleichwohl, denn ausgezeichnete Produkte schaffen eine wichtige Vertrauensbasis bei den Kunden.

Bio-Produkte sind in. Immer mehr Kunden greifen nach entsprechend zertifizierten Lebensmitteln. Nicht ganz einfach ist es für Frau und Herr Konsument, sich in der wachsenden Zahl an Bio-Marken zurechtzufinden.

«Wir sind froh, mit der Knospe über ein Label zu verfügen, das bekannt ist und für 100 Prozent Bio steht», so Cornelia Brennwald von ArboVitis in Frick. Der Betrieb, dessen Philosophie die Hege und Pflege des Hochstamm-Obstbaus ist, darf sich seit 1997 mit der Knospe von Bio-Suisse schmücken.

Mit der Knospe werden nur Betriebe ausgezeichnet, die einen vollständigen biologischen Kreislauf garantieren können. Regelmässig finden in diesen Betrieben Prüfungen von unabhängigen Kontroll- und Zertifizierungsstellen statt.

Neben Waren mit Bio-Gütesiegeln gewinnen als Gegentrend zur Globalisierung auch immer mehr Regionalprodukte an Bedeutung. Damit der Kunde auf eine Vertrauensbasis betreffend Anbieter, Qualität und Beschaffenheit des Produktes bauen kann, wird als Vermarktungsinstrument wiederum auf Zertifizierung gesetzt.

Die Lancierung, Förderung und Vermarktung von solch regionalen Produkten ist auch den Verantwortlichen von Jurapark Aargau ein grosses Anliegen. Mit der Betreuung dieses Teilbereiches ist Daniel Schaffner mit einem Mandat beauftrage.

Bei ArboVitis ist man voller lobender Worte über das gute, fachlich fundierte Begleiten von Schaffner auf dem Weg von der Idee bis zur Zertifizierung eines Regionalproduktes.

Label-Unterschied

Während die Knospe ein Garant dafür ist, dass da wo Bio draufsteht, auch Bio drin ist, steht das Jurapark-Label für eine möglichst umfassende Wertschöpfungs-Kette innerhalb der Region. Gleich mehrere Knospe-Produkte von ArboVitis tragen das Label «Das Beste der Region» oder gar jenes vom Jurapark.

Der Unterschied besteht im Wesentlichen darin, dass bei der Jurapark-Marke die Hauptrohstoffe aus den Parkgemeinden stammen müssen. Mit dem Parklabel sind alle Bedingungen auch von «Das Beste der Region erfüllt». Hier wird dem Anspruch regional zwar Rechnung getragen, diese Region muss sich aber nicht zwingend im Parkperimeter befinden.

Verkauft werden die flüssigen, getrockneten wie auch zu Konfitüre verarbeiteten Hochstammfrüchte vom ArboVitis-Team in erster Linie am eigenen Wochenmarkt (samstags), an Märkten, Messen und speziellen Festen, wie beispielsweise das Jurapark-Fest in Wegenstetten am 27./28. April.

Den Vertrieb der Hochstammprodukte mittels Grossverteiler strebt ArboVitis eher verhalten an. «Die Marge ist sehr klein», so Cornelia Brennwald. Dass sich der grosse Aufwand bei einem verschwindend kleinen Gewinn nicht mehr rechnet, lässt sich am Beispiel des nicht ganz billigen, dafür 100-prozentigen Bio-Produkts aus der direkten Region, dem Chriesisaft, aufzeigen.

Pflege der Hochstammbäume, Ernte, Verarbeitung, Abfüllung, Vermarktung inklusive Zertifizierung und Verkauf ist ein zeitintensiver Prozess. Alleine der Einsatz von Erntehelfer und deren Verpflegung gilt es, beim Preis von 8 Franken für eine 4,5-dl-Flasche Kirschensaft zu berücksichtigen.

Viel Aufwand

Vreni Buol-Lüscher, sie ist beim Fricker Betrieb für Hochstamm-Obstbau für das Marketing verantwortlich, wie auch Cornelia Brennwald wissen, wie wichtig bei der Vermarktung ihrer Produkte die Zertifizierungen sind.

Beide betonen, dass der Weg bis zum Erhalt eines Labels Zeit, Arbeit und Geld erfordert. Vom Antrag bis zur rechtskräftigen Zertifizierung des ArboVitis-Chriesisaftes mit dem Jurapark-Label im Februar 2013 hat es fast ein Jahr gedauert.

Der Zusatzaufwand hat sich gelohnt, sind sich beide Frauen sicher. Halten aber auch fest, dass insbesondere die lange Zeitdauer einen Landwirt davon abhalten könnte, eines seiner Produkte zertifizieren zu lassen.

Hochstämmer am Chriesiwäg

Seit zwei Jahren hat der Fricker Betrieb ArboVitis mehrere Parzellen am Chriesiwäg in Gipf-Oberfrick gepachtet. Der Chriesiwäg zeichnet sich als beliebte Wanderroute insbesondere durch seine schönen Chriesi-Hochstämmer aus.

Dass im Winter nun mehrere Bäume gefällt worden sind, hat bei Naturfreunden Besorgnis hervorgerufen. Cornelia Brennwald erklärt, dass die Fällung zum einen damit zusammenhängt, dass mit Blick auf die Zukunft Platz für Jungbäume geschaffen werden musste.

Ein Baum im Alter von 60 Jahren und mehr trägt jedes Jahr weniger Früchte, verlangt aber wie seine jüngeren Artgenossen aufwendige Pflege. Zum anderen ist es speziell im Bio-Landbau wichtig, dass die Bäume genügend Abstand haben, damit sich Pilzkrankheiten nicht ausbreiten. Ein Teil der alten Bäume werden als Lebensraum für zahlreiche Tiere und Insekten stehen gelassen.

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