Während viele Fricktalerinnen und Fricktaler in diesen Tagen ihre Koffer packen, ist für Jeannette Dietz nicht an Ferien zu denken. Sie betreibt in der Laufenburger Altstadt seit rund zehn Jahren ein kleines «Bed and Breakfast» und während der Sommerferien ist Hochsaison. Viele Velofahrer und Wanderer übernachten hier auf der Durchreise, oft ganze Familien mit Kindern. «Im Sommer ist eigentlich immer etwas los», sagt Dietz.

Das gilt auch für das kürzlich eröffnete «Bett und Beggeli» in Kaisten von Marianne Kaiser und das «Tabakhüsli» in der Rheinfelder Altstadt von Rosa Hürbin. In den Sommermonaten sei generell mehr los als im Winter, sind sich die «B&B»-Inhaber einig. Aber auch durch das Jahr hindurch gebe es immer wieder Anfragen. Von Handwerkern oder Geschäftsleuten, die für einen Auftrag in die Region kommen, oder von Anwohnern, die kein Gästezimmer haben, aber Besuch kriegen.

«Gerade über die Feiertage gibt es diese Anfragen», sagt Dietz. «Das hat zugenommen in den letzten Jahren.» Auch Rosa Hürbin hat das festgestellt: «Es gibt immer wieder Gäste, die bei Geburtstagen oder Hochzeiten eingeladen sind und direkt danach nicht mehr nach Hause fahren möchten.»

Die Fasnacht bringt Gäste

Daneben profitieren die Anbieter von Grossanlässen in der Region. Das «Tabakhüsli» war etwa während des Mittelalterfests in Rheinfelden ausgebucht, weil einige Gaukler und Organisatoren hier übernachteten. «Auch während der Fasnacht steigt jeweils die Nachfrage», sagt Rosa Hürbin. «Diese Durchmischung der Gäste ist faszinierend», sagt Marianne Kaiser. «Es macht Spass, all diese verschiedenen Leute kennen zu lernen.»

Den anderen «B&B»-Betreibern geht es gleich. «Ich weiss am Morgen nie, wer heute auftaucht», sagt Jeannette Dietz mit einem Lachen. Auch die Gäste selber kämen untereinander in Kontakt, sagt Rosa Hürbin. «Im Frühstücksraum ergeben sich so immer wieder Gespräche, etwa zu Wander- und Velorouten oder weiteren Übernachtungsmöglichkeiten.» Gerade bei längeren Aufenthalten entstünden ausserdem Freundschaften zwischen Gästen und Gastgebern, erzählt Dietz. Von einer Familie aus Holland etwa erhält die 70-Jährige regelmässig Postkarten. «Es macht viel zu viel Spass, als dass ich ans Aufhören denken würde.»