Frick
In der Migros werden Kunden zum Kassierer

In der ausgebauten Migros in Frick können Kunden italienischen Espresso trinken und selber zum Kassierer werden.

Miriam Suter
Drucken
Teilen
Ganz so schnell wie an den normalen Kassen klappt es an den «Subito»-Kassen noch nicht. mis

Ganz so schnell wie an den normalen Kassen klappt es an den «Subito»-Kassen noch nicht. mis

In der frisch umgebauten Migros-Filiale in Frick herrschte gestern Nachmittag bereits wieder reges Treiben. Und es gibt einen Neuzugänger: Wo früher das Schuhaus Frank war, im hinteren Teil der Filiale, ist die Bäckerei Maier aus Laufenburg eingezogen.

Eine Konkurrenz zu den Backwaren der Migros ist das Sortiment der Bäckerei laut Roman Maier aber nicht: «Wir bieten vor allem regional hergestellte Backwaren und Spezialitäten an», erklärt er. Dazu gehören beispielsweise das Juraparkbrot oder Brot aus Mehl von der Wittnauer Mühle.

Das ist alles neu in der Migros

Im Vergleich zu vorher haben die Kunden nach dem Umbau nun 300 Quadratmeter mehr Platz zum Einkaufen. Insgesamt arbeiten 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf neu 2000 Quadratmetern. Neun Angestellte wurden nach dem Umbau zusätzlich eingestellt. Neues Personal braucht es deshalb, weil die zusätzliche Fläche auch mehr Aufwand mit sich bringt: Waren einräumen und Kassenbetreuung etwa. Neu können die Kunden zwischen 18 000 Artikeln auswählen. Zum Sortiment dazu gekommen sind Produkte der Bio-Linie «Alnatura». Laut Andrea Bauer, Mediensprecherin der Migros Aare, wurde die Migros-Filiale während dem Umbau auch mit einer Fisch- und einer Käse-Theke ausgestattet. Patisserie, Dörrfrüchte und Backwaren sind ebenfalls im Offenverkauf erhältlich.

Pausieren erlaubt 

Ausserdem gibt es für alle, die den Einkauf gemütlich nehmen wollen, neu ein «Ruhebänkli» im Ladenbereich. Laut Filialleiter Thomas Nadler ist es vor allem für die älteren Kunden gedacht, oder für Menschen, für die der Einkauf eine körperliche Anstrengung ist. Für Komfort sollen auch die neu angeordneten Parkplätze im Parkaus sorgen. Sie sind bequemer zu erreichen als vorher, weil sie neu schräg angeordnet sind und nicht mehr im rechten Winkel. So kann man bequemer zufahren. Zehn Plätze sind neu dazu gekommen. Die Aussenparkplätze sind allerdings erst dann vollständig verfügbar, wenn das Zelt-Provisorium, wo die Kunden während dem Umbau eingekauft haben, abgebaut ist. Laut Bauer wird das bis spätestens Ende Oktober der Fall sein. (mis)

Auch das Café Kunz sehe er nicht als direkte Konkurrenz, erklärt Maier. Markus Kunz hatte die Maier Bäckerei damals vor dem Umbau selbst als Nachfolger für den Standort vorgeschlagen. «Wir sehen uns eher als Ergänzung im Bereich Bäckereien in Frick. Als Mitbewerber sozusagen», sagt Maier.

Bistro-Flair und guter Kaffee

In und vor dem Café laden Tische und Hocker zum Verweilen ein, die laut Maier für Bistro-Flair sorgen sollen. Und noch etwas ist ihm und seinem Team wichtig: guter Kaffee. Mehr noch: «Unser Ziel ist es, die Kunden mit dem besten Kaffee zu verwöhnen», erklärt er. Dafür wurde für die neue Filiale extra eine italienische Espressomaschine angeschafft. Und scheint sich gelohnt zu haben: Laut Tanja Jegge, Filialleiterin der Bäckerei, kam der Kaffee bereits gestern am Eröffnungstag sehr gut an bei den Kunden. Das Café war gestern Nachmittag rege besucht. Besonders Vermicelles komme zurzeit gut an, sagt Mitarbeiterin Katharina Hechinger. Das Café sei «schön geworden», hier könne man «sich wohlfühlen», tönt es seitens der Besucher.

Der Zuläufer aus Laufenburg will ein Zeichen für Zusammenarbeit setzen. Als Gruss an die Fricker Kundschaft ziert deshalb ein Bild beim hinteren Ausgang des Bistros die rechte Wand: ein Dinosaurier in einem Weizenfeld. Es handelt sich um einen Plateosaurus wie er in der Tongrube Frick gefunden wurde. Laut Maier will man so die Verbindung zwischen Frick und der Bäckerei darstellen. Vize-Gemeindeammann Christian Fricker beschrieb die Filiale am Presseanlass am Mittwoch mit den Worten: «Luft, Licht, Freundlichkeit» und besiegelte damit das Motto, das sich die Migros in Frick auf die Fahne geschrieben hat: Die neuen Gänge im Ladenbereich sind breiter, die Kunden haben so laut Migros-Filialleiter Thomas Nadler mehr Platz für den Einkauf und können sich mehr Zeit lassen.

Noch nicht so «subito»

Auch das Bezahlen soll schneller abgewickelt werden können. Dafür sollen die sieben neuen «Subito»-Kassen sorgen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder können die Kunden ihre Einkäufe noch im Laden selber einscannen und am Schluss bargeldlos bezahlen. Oder die Einkäufe werden erst am Schluss von Hand eingescannt, selber eingepackt und dann bezahlt.

Ganz so schnell und reibungslos wie den geübten Migros-Kassiererinnen geht den Kunden dieser Prozess zwar noch nicht von der Hand. Gestern Nachmittag zeigte sich eine Kundin aber zuversichtlich und fand: «Übung macht schliesslich den Meister.»

Aktuelle Nachrichten