Fricktal

In 29 Gemeinden steigen die Strompreise – in Zeiningen gar um über acht Prozent

Im Fricktal werden ab 2020 wohl die meisten Haushalte darauf achten, ihre Stromleisten abzustellen.

Im Fricktal werden ab 2020 wohl die meisten Haushalte darauf achten, ihre Stromleisten abzustellen.

Ab 2020 kommt es in fast allen Fricktaler Gemeinden zu einem teilweise massiven Anstieg der Strompreise. Die Gründe dafür sind höhere Beschaffungskosten und gestiegene Tarife für die Netznutzung.

Staubsaugen, Wäschewaschen oder Geschirrspülen – dies alles wird im nächsten Jahr für die meisten Fricktaler Haushalte teurer werden. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission hat die Stromtarife für 2020 publiziert. In 29 von 32 Fricktaler Gemeinden müssen die Konsumenten im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen, um ihre Stromrechnungen zu begleichen.

Mit einem Anstieg von 8,3 Prozent nimmt die Elektrizitätsversorgung Zeiningen den grössten Preisanstieg im Fricktal vor. Damit müssen Bewohner eines Musterhaushalts – fünf Zimmer mit Elektroherd, Tumbler und einer Nachfrage von 4500 Kilowattstunden – mit 809 Franken rund 62 Franken mehr zahlen als im letzten Jahr. Neben den Beschaffungskosten sind auch die Tarife für die Netznutzung angestiegen, sagt Betriebsleiter Ueli Krähenbühl. «Dies auch, weil wir neue Häuser an Netz anschliessen und Wartungsarbeiten ausführen mussten.»

Immer noch günstige Strompreise in Zeiningen

Trotz der massiven Erhöhung gehört die Zeiningen zu den drei günstigsten Gemeinden im Fricktal. «Im Vordergrund steht die autonome Versorgung der Gemeinde mit Strom und nicht die Absicht, etwas am Strom zu verdienen», sagt Krähenbühl.

Hingegen haben die Stromabnehmer, die in Sisseln wohnen, Grund zur Freude. Hier sinken die Preise im nächsten Jahr um 0,5 Prozent. Gleichzeitig fahren die Sissler mit einem Preis von 16,07 Rappen pro Kilowattstunde im Fricktal am günstigsten. Zum Vergleich: Während Bewohner eines Musterhaushalts in den 19 von der AEW belieferten Fricktaler Gemeinden im nächsten Jahr 971 Franken zahlen müssen, sind es in Sisseln 723 Franken – ein Unterschied von 248 Franken.

Grund für den günstigen Stromtarif ist, dass die Elektra Sisseln sich mit anderen Energieversorgern einer AG angeschlossen hat, die den Strom für die Energieversorger am Markt besorgt, erklärt Gemeinderat Kurt Bächtold.

«Durch die grosse Strommenge, welche die AG für die Abnehmer zusammen besorgen muss, hat sie die Möglichkeit, den Strom gestaffelt einzukaufen – das macht sie immer dann, wenn die Energiepreise am Fallen sind.»

Daneben sinken in Sisseln die Preise aufgrund eine Tarifreduktion für den Stromtransport über das Leistungsnetz vom Kraftwerk bis ins Haus – die sogenannte Netznutzung – um etwa ein Prozent.

Neben Sisseln ist Kaisten die einzige Fricktaler Gemeinde, in welcher der Strom günstiger wird. Zwar sind die Strom-Beschaffungskosten der Elektra Kaisten um rund drei Prozent gestiegen, diese werden jedoch durch Einsparungen in der Netznutzung wieder wettgemacht.

Unter dem Strich kommt so ein Kaister Musterhaushalt um 0,1 Prozent günstiger weg.
19 der 32 Fricktaler Gemeinden beliefert die AEW Energie AG mit Strom. In diesen Gemeinden gilt für die Bewohner, dass sie pro Kilowattstunde 21,57 Rappen zahlen. Dies entspricht einem Anstieg um 6,5 Prozent, was bedeutet, dass ein Musterhaushalt im nächsten Jahr 59 Franken mehr berappen muss.

Beschaffungskosten für Energie sind gestiegen

Die 19 Gemeinden, die von der AEW mit Strom beliefert werden, haben nicht nur die teuersten Strompreise im Fricktal, sie liegen auch mit 1,1 Rappen über dem schweizweiten Durchschnitt, der 20,5 Rappen pro Kilowattstunde beträgt. «Gestiegene Beschaffungskosten sowie eine Nachkalkulation sind die Gründe für die Preiserhöhung», sagt AEW-Sprecherin Yvonne Kohler.

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Autor

Dennis Kalt

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