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Holzheizkraftwerk, Flederhaus, E-Diesel-Anlage: So weit sind die Projekte nun fortgeschritten

Zum Jahresende wirft die AZ einen Blick auf fünf Projekte und zeigt, wie weit sie mittlerweile gediehen sind.

Was lange währt, wird endlich realisiert: Was für viele Grossprojekte gilt, scheint sich beim Domus, dem geplanten Wohnturm auf dem Kaiseraugster Liebrüti-Zentrum, zu bewahrheiten. Lange war es ruhig um das Projekt, ehe im Oktober die Bauprofile errichtet und das Baugesuch eingereicht wurden.

Am anderen Ende der «Es-geht-jetzt-vorwärts»-Skala steht der Rheinfelder Rheinsteg. Die Ausschreibung für den Bau endete für die beiden Schwesterstädte mit einem herben Dämpfer. Statt bei den veranschlagten 6,4 Millionen Euro liegt das günstigere von nur zwei Angeboten bei 10 Millionen Euro. Derzeit prüfen die beiden Rheinfelden Optionen, um den Steg dereinst doch noch realisieren zu können.

Weniger oft im Fokus der Öffentlichkeit wie Domus und Rheinsteg standen in letzter Zeit andere Projekte. Zum Jahresende wirft die AZ deshalb einen Blick auf fünf Projekte und zeigt, wie weit sie mittlerweile gediehen sind.

Holzheizkraftwerk Sisslerfeld

Fast abgeschlossen sind die Arbeiten beim Holzheizkraftwerk Sisslerfeld auf dem Areal der DSM. Gut anderthalb Jahre nach dem Spatenstich ging das Kraftwerk in dieser Woche erstmals ans Netz, wie Philip Wernli, Leiter Kommunikation und Marketing bei der Engie Services AG, sagt. Engie ist mit 60 Prozent an der Energiepark Sisslerfeld AG beteiligt, das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich EWZ mit 40 Prozent.

«Über die Feiertage wird das Kraftwerk nun wieder abgeschaltet und geht dann im Januar während rund eines Monats in den Probebetrieb», so Wernli weiter. Der Übergang in den kommerziellen Betrieb sei dann im Februar geplant. «Das Kraftwerk wird von Beginn weg Strom ins Netz liefern.» Rund 17 500 Haushalte können damit versorgt werden. Den Dampf nutzen ansässige Unternehmen.

Pilotanlage für E-Diesel

Deutlich weiter von der Inbetriebnahme entfernt ist die Pilotanlage zur Herstellung von synthetischem Kraftstoff, die auf dem Laufenburger Energiedienst-Areal entstehen soll. «Die Baugenehmigung liegt vor und wir befinden uns in der Detailplanung», sagt Energiedienst-Sprecher Alexander Lennemann. Für die Kernkomponenten sei man in den Angebotsverhandlungen. Nun gelte es, «noch ausstehende Gremienentscheide» abzuwarten. Nach der Vergabe der Aufträge werde es «voraussichtlich zehn bis zwölf Monate dauern», bis die Pilotanlage in Betrieb genommen werden kann. Die Anlage soll dereinst rund 400 000 Liter synthetischen Diesel produzieren. Projektpartner von Energiedienst sind die Audi AG und die Ineratec GmbH.

Crowdfunding fürs Schiff

Rund 3,5 Millionen Investitionen sind für die Pilotanlage für E-Diesel veranschlagt. Deutlich weniger Geld benötigt Holger Grosse. Er möchte zusammen mit seiner Partnerin das Fahrgastschiff «Löwe von Laufenburg» übernehmen und damit die Schifffahrt in Laufenburg längerfristig sichern. Doch den beiden Deutschen vom Mittelrhein fehlt das Kapital für den Kauf und den Umbau des Schiffs. «Gemeinsam mit einem Unternehmensberater erstellen wir im Januar einen Businessplan», so Grosse. Danach will er versuchen, auf einer Crowdfunding-Plattform rund 200 000 Franken zu sammeln. Der derzeitige Besitzer des «Löwen von Laufenburg», Jürgen Schroff, hofft, dass sich der Verkauf an Holger Grosse realisieren lässt. «Das ist derzeit die einzige Möglichkeit, dass das Schiff in Laufenburg bleibt.»

Bauarbeiten am «Flederhaus»

Ob Laufenburg ein Rheinschiff behält, ist also weiterhin offen. Klar ist dagegen, dass es in Wegenstetten ab kommendem Jahr eine Ferienwohnung in der «Alten Trotte» gibt. Die Bauarbeiten sind seit November im Gang, wie Projektleiter Philipp Schuppli von Pro Natura sagt. «Kurz zuvor haben die Fledermäuse das Haus verlassen und ihr Winterquartier bezogen.» Derzeit seien Arbeiten an der Statik im Gang, Anfang Jahr folgen dann Holzbau-Arbeiten sowie Innenausbau und Umgebungsgestaltung. Am 25. Mai 2019 wird die offizielle Einweihung stattfinden – mit Zirkusdarbietungen von Schulkindern aus der Region. «Dann wird man das Haus auch besichtigen können», so Schuppli. Wahrscheinlich sei es aber noch nicht ganz schlüsselfertig. «Im Juni oder Juli wird es dann an die Stiftung ‹Ferien im Baudenkmal› übergeben. Dank der Sanierung soll auch die Fledermaus-Wochenstube der «Grossen Hufeisennasen» erhalten bleiben.

Turm ist eingelagert

Ganz ruhig geworden ist es dagegen um ein anderes Pro Natura-Projekt. Im Sommer 2016 gewährte ein mobiler Turm Einblicke in die Helliker Löcher, die sich vor neun Jahren kurz nach Weihnachten aufgetan hatten. Mittlerweile ist der Turm eingelagert, wie Pro- Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny sagt. Konkrete Pläne, ihn wieder nach Hellikon zu bringen, gibt es nicht. «Wir können uns aber gut vorstellen, ihn wieder einmal dort aufzustellen», so Jenny.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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