Kein Durchkommen gab es am Samstagabend während mehrerer Stunden am Grenzübergang Rheinfelden Autobahn. Neben dem Grenzübergang waren auch die Autobahnein- und -ausfahrt Rheinfelden West und die Zubringerstrassen gesperrt.

Der Grosseinsatz, bei dem neben dem Grenzwachtkorps auch die Kantonspolizei Aargau, die Regionalpolizei Unteres Fricktal und die Feuerwehr auf Schweizer und die Bundespolizei auf deutscher Seite vor Ort war, hatte seinen Ursprung in einer Fahrzeugkontrolle.

Das Grenzwachtkorps kontrollierte ein verdächtiges Fahrzeug», bestätigte ein Sprecher der Kantonspolizei bereits am Sonntag gegenüber Tele M1. Nach der Kontrolle sei die Kantonspolizei beigezogen worden und habe drei Personen zwecks weiterer Abklärungen vorübergehend festgenommen.

Rheinfelder Grenzübergang wegen Sprengstoffgefahr geschlossen

Rheinfelder Grenzübergang wegen Sprengstoffgefahr geschlossen

Die Bundesanwaltschat bestätigt, dass die Rheinfelder Grenze wegen Sprengstoffgefahr gesperrt wurde. Nun wurde ein Strafverfahren eröffnet.

Der Verkehrsdienst der Feuerwehr half

Die Anhaltung des Fahrzeugs, so viel ist unterdessen ebenfalls bekannt, erfolgte gegen 19 Uhr. Dann allerdings zog sich der Einsatz lange hin. Um 00.35 Uhr wurde schliesslich die Feuerwehr Rheinfelden aufgeboten. «Wir standen mit sieben Mann im Einsatz», so Medien-Offizier René Wiederkehr. Es habe sich dabei um einen reinen Unterstützungseinsatz gehandelt, so Wiederkehr weiter. «Wir wurden aus Sicherheitsgründen angefordert, um Zufahrten zu sperren.» Neben der Autobahn war auch die Kantonsstrasse zwischen den beiden Kreiseln rund um den Zoll gesperrt. Der Einsatz sei gegen 4 Uhr morgens beendet gewesen, so Wiederkehr.

Gefährdung durch Sprengstoff

Eine Augenzeugin erklärte Tele M1, die Polizei habe ihr gegenüber von Explosionsgefahr gesprochen. Mittlerweile hat die Bundesanwaltschaft tatsächlich ein Strafverfahren gegen die drei verhafteten Personen «wegen des Verdachts der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht eröffnet», wie die Bundesanwaltschaft gegenüber der AZ mitteilte. Die drei Personen seien jedoch zwischenzeitlich aus der Polizeihaft entlassen worden. Sollte sich der Verdacht gegen sie erhärten und sollten sie dereinst verurteilt werden, droht ihnen gemäss Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr.

Weitere Auskünfte erteilte die Bundesanwaltschaft am Montag keine. «Zum hängigen Strafverfahren, namentlich zu einzelnen Ermittlungshandlungen, kann die Bundesanwaltschaft gestützt auf das Amts- und Untersuchungsgeheimnis gegenwärtig keine weiteren Auskünfte erteilen», heisst es in einer Stellungnahme auf einen umfangreichen Fragekatalog. Es bleibt damit offen, wie die drei Personen den Verdacht der Grenzbeamten auf sich lenkten und ob sie allenfalls bereits zur Fahndung ausgeschrieben waren. Auch nähere Angaben zu den drei Verdächtigen – etwa Alter, Geschlecht oder Herkunft – gab die Bundesanwaltschaft nicht bekannt.

Was ist an der Grenze bei Rheinfelden passiert?

Was ist an der Grenze bei Rheinfelden passiert?

Kein durchkommen: Der Grenzübergang bei Rheinfelden war gestern stundenlang gesperrt – offenbar wegen Explosionsgefahr.

Doch weshalb ist überhaupt die Bundesanwaltschaft für das Strafverfahren zuständig und nicht wie in der Mehrzahl der Fälle die kantonale Staatsanwaltschaft? Als Strafverfolgungsbehörde des Bundes sei sie «ausschliesslich für die in den Artikeln 23 und 24 der Schweizerischen Strafprozessordnung aufgezählten strafbaren Handlungen zuständig», so die Bundesanwaltschaft. Darunter fallen Delikte wie die Finanzierung des Terrorismus oder die Beteiligung an kriminellen Organisationen, wenn sie im Ausland oder in mehreren Kantonen der Schweiz begangen wurden. Darunter fallen aber auch Sprengstoffdelikte, wie die in diesem Fall verfolgte Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase oder das Herstellen, Verbergen oder Weiterschaffen von Sprengstoffen.