Fricktal

Gesundheitszentrum erwartet in Rheinfelden mehr deutsche Mütter

Das Geburtshilfe-Team in Rheinfelden rechnet mit einer Zunahme von Müttern aus Deutschland. hcw/archiv

Das Geburtshilfe-Team in Rheinfelden rechnet mit einer Zunahme von Müttern aus Deutschland. hcw/archiv

Bad Säckingen schliesst die Abteilung für Geburtshilfe nun endgültig. Dieser Entscheid dürfte auch Auswirkungen auf die Geburtsabteilung des Gesundheitszentrums Fricktal in Rheinfelden haben – ein Ansturm ist aber nicht zu erwarten.

Den Geburtsort Bad Säckingen wird ab Juli kaum mehr ein Kind in die Geburtsurkunde eingetragen bekommen. Die geburtshilfliche Belegabteilung am Spital Bad Säckingen wird definitiv Ende Juni geschlossen.

Kinder aus dem westlichen Landkreis werden dann als Geburtsort Lörrach, Freiburg, Waldshut oder Rheinfelden in der Schweiz in der Geburtsurkunde stehen haben.

Nur zwei Bewerbungen

Spitäler-Geschäftsführer Uwe Lorenz hatte den Kreisräten die Ergebnisse der Alternativenprüfung vorgelegt: Neue Belegärzte sind trotz Anfrage bei allen im Landkreis ansässigen Fachärzten nicht gefunden worden und die Möglichkeit, selbst leitende Ärzte für die Geburtshilfe einzustellen, scheiterte an Bewerbermangel.

Lediglich zwei Ärzte hätten sich auf die Ausschreibung gemeldet, so Lorenz – einer aus Rumänien, der zweite aus Syrien.

Auch wirtschaftlich wäre ein Weiterbetrieb nicht möglich: Selbst bei jährlich 400 Geburten (wie im Jahr 2012) entstünde ein Defizit von 0,8 Millionen Euro, rechnete der Geschäftsführer vor.

Eine Hauptfachabteilung, wie am Spital Waldshut aufzubauen würde, ebenfalls bei angenommenen 400 Geburten im Jahr, das Defizit sogar auf 1,2 Millionen Euro steigen lassen.

Kassen zahlen nur deutschen Tarif

Maik Hauschild, Chefarzt der Frauenklinik des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF) rechnet trotz der Schliessung in Bad Säckingen nicht mit einem Massenansturm deutscher Patientinnen an «seiner» Klinik in Rheinfelden. «Ein Teil der Frauen, wird bei uns landen, wir rechnen mit einem leichten Anstieg, aber nicht mit einem Riesenansturm.»

Bereits im vergangenen Jahr seien ungefähr zehn Prozent der Geburten auf in Deutschland wohnhafte Mütter entfallen, so Hauschild weiter. Eine Geburt in der Schweiz ist für die deutschen Mütter allerdings nur möglich, wenn sie privat- oder zusatzversichert sind.

«Die obligatorische Krankenversicherung zahlt nur den deutschen Tarif», so Hauschild, «und die Sätze liegen doch deutlich auseinander.» Als einziges Spital in der Schweiz entbinde das Spital Leuggern zum deutschen Tarif, führte Maik Hauschild weiter aus.

Er rechnet deshalb damit, dass eher dort und in Waldshut eine grössere Zunahme zu verzeichnen ist. (mf/sk)

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