Bürgerdialoge

Gesundheitsmassnahmen ­sollen grenzüberschreitend abgestimmt werden

Grenzschliessungen waren für die Bürger beider Länder ein Schock.

Grenzschliessungen waren für die Bürger beider Länder ein Schock.

Nach dem Motto «Bürger sprechen, Politik hört zu» führten das Staatsministerium Baden-Württemberg und die Hochrheinkommission grenzüberschreitende Online-Bürgerdialoge durch. In den Online-Dialogen brachten Bürger vom Hochrhein zum Ausdruck, dass die grenzüberschreitenden Verbindungen über den Rhein Lebensadern und nicht wegzudenkende zwischenmenschliche Brücken sind.

Der Sinn der Grenzschliessungen während Covid-19 wurde unterschiedlich bewertet. Für manche war es willkürlich und ein vorschnelles Handeln. Für andere ein logischer Schritt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Einig war man sich, dass die Trennung von Familien, Partnerschaften oder Freunden zu psychischen Belastungen geführt haben und im Falle einer Verschlechterung der Infektionszahlen möglichst nicht wieder vorkommen sollte.

«Die Grenzschliessungen waren für viele ein Schock, da sie Freunde, Lebenspartner und Familien für eine lange Zeit nicht sehen konnten. Aber ich nehme auch mit, dass diese Erfahrung nochmal einen Schub für das grenzüberschreitende Zusammenleben geben wird, da sie erfahren haben, wie wertvoll, aber auch zerbrechlich das Zusammenleben ist,» sagt Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung im Staatsministerium Baden-Württemberg. «Wir sind im ­Gesundheitsbereich dabei, wirksame grenzüberschreitende Mechanismen zu erarbeiten, um Grenzschliessungen als Massnahmen zu verhindern.»

Klarer Wunsch der Bürger ist, dass auch in einer solchen Gesundheitslage zusammengearbeitet wird. So sollten die Corona-Warn-Apps grenzüberschreitend funktionieren und auch weitere Massnahmen mit den Nachbarländern gemeinsam umgesetzt werden. In einem derart verflochtenen Europa müsse auch die Gesundheitsversorgung grenzüberschreitend funktionieren. (az)

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