Modernste Technik gegen Vintage und Retro. In manchen Teilen des 1959 erbauten Gloria-Theaters in Bad Säckingen ist die Zeit stehen geblieben. Das Gloria wettbewerbsfähig für die Zukunft zu machen, hat sich der Verein «Förderfreunde Gloria-Theater» auf die Fahnen geschrieben. Doch wie ein denkmalgeschütztes, nicht erweiterbares Gebäude modernisieren?

Die Lösung soll ein Anbau westlich des Theaters sein. Doch der kostet rund 1,8 Millionen Euro, die weder die Betreiber, die Stadt noch die Förderfreunde stemmen können. Das Zauberwort hierzu heisst «Fundraising». Die renommierte Agentur «Zielgenau» aus Heidelberg, spezialisiert auf Marketing und Fundraising scheint hierbei der richtige Partner zu sein.

Die Suche nach einem Unternehmen in der Region, das mit dem «Projekt Kulturbau Gloria» betraut werden konnte, misslang. «Ehrenamtlich hätten wir das nicht stemmen können», so Beirat Roland Supper.

«‹Zielgenau› hat uns ein Konzept vorgelegt, auf die Bedürfnisse des Gloria zugeschnitten. Es ist denkbar, dass wir es schaffen», ist sich der Vorstand des Vereins sicher. «Aber nur in Kooperation mit der Stadt.» Sobald die Planung des «ehrgeizigen» Projektes vorangeschritten ist, wird es den Vereinsmitgliedern vorgestellt.

Laut Jochen Frank Schmidt stütze sich das Fundraising auf mehrere Säulen: Stiftungen, kommunale Förderung und Spenden und Sponsoren. «Zielgenau» sieht durch die Lage am Hochrhein, an der Schweizer Grenze, Potenzial.

Schmidt nennt als Beispiel das Festspielhaus in Baden-Baden, das zu 100 Prozent aus Spendengeldern finanziert wurde. Mithilfe von Fundraising, Spenden und Sponsoren soll 2018 weiter versucht werden, den Anbau mit grossem Foyer, grösserer WC-Anlage, barrierefreiem Eingang und moderneren Räumlichkeiten für die Akteure zu verwirklichen.

Wie Schmidt erzählte, erklärten Besucher des Gloria-Theaters oft, dass «die Shows so gut seien wie in Hamburg, aber das Drumherum wie Foyer und Toiletten Provinz». Besucher müssten sich entscheiden, entweder die Bar oder die Toilette aufzusuchen, der langen Schlangen wegen.

«Sie kommen einmal und nie mehr wieder. Wir wollen das kulturelle Zentrum am Hochrhein sein, für alle, nicht nur für junge, sondern auch für ältere Menschen.» Und er verspricht für die kommende Saison gleich mal einen Höhepunkt: die Band «Seven Drunken Nights» aus Irland.

Wie der Vorsitzende der Förderfreunde, Gerd Lay, und Beirat Roland Supper verlauten liessen, punktete der Verein 2017 und erst kürzlich wieder mit der Kurzfilm-Matinee im Gloria-Theater. Im Schnitt besuchten diese Veranstaltung rund 150 Besucher. Das Konzept soll daher beibehalten werden, nicht nur der Aussenwirkung wegen.

Die Idee hinter der Matinee: gemäss Satzung auch das Kinotheater zu fördern. Matinee sowie die Veranstaltungen im Gloria-Theater bescheren dem Verein stetig wachsende Mitgliederzahlen. Auch geniessen Mitglieder der Förderfreunde bei Veranstaltungen im Gloria-Theater ein Vorkaufsrecht.(sk)