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Frische Zöpfe im Briefkasten: Auf diese Ideen setzen Fricktaler Bauern

Viele Fricktaler Bauern verkaufen ihre Produkte selber. Dabei setzen sie auf unterschiedliche Ideen. Eine Auswahl.

Marc Fischer
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Auf dem Herznacher Willihof wird jeden Freitag und Samstag gebacken. Im Bild: Claire Ackle im Hofladen.

Auf dem Herznacher Willihof wird jeden Freitag und Samstag gebacken. Im Bild: Claire Ackle im Hofladen.

Marc Fischer

Am Samstagmorgen frischen Zopf oder frisches Brot im Briefkasten? Für viele dürfte diese Vorstellung verlockend sein. In Magden erfüllt Marcel Lützelschwab vom Zelglihof seinen Kunden auf Vorbestellung diesen Wunsch. Neu ist die Idee nicht, schon vor rund 20 Jahren gab es den Service erstmals. «Doch wir haben pausiert, nun ist das Angebot wieder im Aufbau.» Daneben bietet Lützelschwab Backwaren wie Sandwiches oder Meterzöpfe für Apéros an. Weiter beliefert der Zelglihof auch die Landi und Restaurants mit Backwaren. Einen eigentlichen Hofladen führt Lützelschwab dagegen nicht. «Der Hof ist rund 2,5 Kilometer vom Dorf entfernt», sagt er. Ein Hofladen lohne sich da nicht.

Der Hof von Bruno und Barbara Wirth in Olsberg liegt ebenfalls etwas abseits. Auch sie bieten deshalb einen Lieferservice. Einerseits können Kunden in den Gemeinden Magden und Olsberg ein Früchte-Abo lösen. Rund 200 Abonnenten werden so wöchentlich beliefert, solange die Ernte reicht. «Normalerweise gibt es nur im April und Mai einen Unterbruch», so Wirth. 2017 aber, als der Frühjahrsfrost für eine schlechte Ernte sorgte, waren die Vorräte bereits im November aufgebraucht. Zudem liefern Wirths sämtliche Produkte, die sie in ihrem Hofladen verkaufen, den Kunden in den beiden Gemeinden auch nach Hause.

Der bediente Hofladen hat jeweils freitags und samstags geöffnet. «Wer hier einkaufen will, entscheidet sich bewusst für uns», sagt Bruno Wirth mit Blick auf die geografische Lage. Er versucht, die Kunden «mit Qualität und Einzigartigkeit» auf den Hof zu locken. So bietet er etwa Fleisch von Wasserbüffeln aus eigener Muttertierhaltung an.

Unabhängiger vom Grosshandel

Für Bruno Wirth ist der Direktverkauf der eigenen Produkte zentral: «So sind wir unabhängiger vom Grosshandel.» Diesen beliefert er zwar mit Kirschen und Zwetschgen ebenfalls. Anderes Obst, den grössten Teil des Weins und das Wasserbüffel-Fleisch werden aber nur direkt ab Hof verkauft.

In der Zelglihof-Backstube Marcel Lützelschwab bietet in Magden und Olsberg einen Zopf-Lieferservice an. 

In der Zelglihof-Backstube Marcel Lützelschwab bietet in Magden und Olsberg einen Zopf-Lieferservice an. 

Marc Fischer

Bei Familie Ackle auf dem Willihof in Herznach hat sich der Hofverkauf neben dem Kerngeschäft – dem Betrieb mit 62 Milchkühen und 230 Mastkälbern – als wichtiges Standbein etabliert. Auslöser für den Direktverkauf waren vor 25 Jahren Anfragen von Vereinen, ob Ackles für Vereinsanlässe backen könnten. «Wir haben klein angefangen», erinnert sich Claire Ackle zurück – und irgendwann beschlossen, einen kleinen Hofladen zu eröffnen. «Anfänglich freuten wir uns schon, wenn wir pro Samstag acht bis zehn Brote verkauft haben.» Heute ist der Absatz deutlich grösser. «Mittlerweile verarbeiten wir 12 Tonnen Weizen pro Jahr zu Brot, Zopf und anderen Backwaren.» Das entspricht rund 300 Broten wöchentlich. «Am Freitag backen wir für den Volg, am Samstag für unseren Hofladen.

Gesellige Runde auf dem Hof

Ackles verkaufen nicht nur mehr Brot als zu den Anfangszeiten, auch das Sortiment des Ladens hat sich deutlich vergrössert: 40 Sorten Konfitüre, eingemachtes Obst, Teigwaren, Eier, aber auch Schnaps und Teemischungen. Offiziell hat der Hofladen nur am Samstagvormittag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Dann werden auch Kaffee und Most angeboten. «Der Hofladen macht uns auch grossen Spass. Es ist jeweils eine gesellige Runde. Kinder können auf dem Spielplatz spielen oder auch mal bei den Tieren vorbeischauen», sagt Claire Ackle. Eigentlich, so Ackle weiter, sei aber fast immer jemand auf dem Generationenhof. «Dann verkaufen wir unsere Produkte auch gerne unter der Woche.» Einzig die Backwaren gibt es dann nicht.

Wichtiges Standbein im Sommer

Grundsätzlich jeden Tag durchgehend geöffnet hat dagegen das Selbstbedienungslädeli auf dem Beerenhof in Wölflinswil. Laut Roger Schmid kaufen auch die ganze Woche über Kunden im Laden ein. «Am Samstag, wenn wir jeweils auch Brot im Angebot haben, läuft aber am meisten.»

Seit fünf Jahren besteht das Lädeli in seiner jetzigen Form. «Vorher haben wir Produkte im kleineren Rahmen selbst verkauft.» Das Sortiment ist abhängig von der Jahreszeit. «Zwischen April und September ist das Lädeli ein wichtiges Standbein unseres Betriebs», so Schmid. Erdbeeren und Spargeln etwa seien bei der Kundschaft jeweils gefragt.

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