Frick

Fricktaler Forschung für Bio-Baumwolle mit Langzeitversuch in Indien

Baumwolle erforscht: Langzeitversuche der Fricker Bio-Forscher in Indien. – Foto: pd

Baumwolle erforscht: Langzeitversuche der Fricker Bio-Forscher in Indien. – Foto: pd

Der Langzeitversuch des FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) in Frick hat gezeigt: Bio-Baumwolle ist durchaus konkurrenzfähig mit Gentech-Anbau.

Bio-Baumwolle liefert zwar weniger Ertrag als gentechnisch veränderte Baumwolle, aber die tieferen Produktionskosten machen die biologische Baumwollproduktion dennoch rentabel.

Das Ergebnis hängt jedoch stark von den Umweltbedingungen ab, namentlich vom Wetter. Dies geht aus einem Langzeitversuch in Indien hervor, der von einem Expertenteam des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick und der lokalen Bauernvereinigung Biore Association durchgeführt wurde.

Baumwolle, die wichtigste Faserpflanze für die Textilien-Herstellung, ist weltweit bezüglich Pestizideinsatz und Bewässerung eine der intensivsten Kulturen.

Vor diesem Hintergrund wurde die gentechnisch veränderte Baumwolle entwickelt (Bt Baumwolle), die Schutz vor dem wichtigsten Schädling geben soll – dem Baumwollkapselbohrer.

Über 99 Prozent Gentech-Anbau

In Indien wird mehr als 99 Prozent Gentech-Baumwolle angebaut, vor allem von Kleinbauern. Dagegen ist die Produktion von biologischer Baumwolle verschwindend klein. Sie macht momentan gemäss der globalen Statistik des FiBL 111 000 Tonnen aus (rund 0,6 Prozent der gesamten indischen Baumwolleproduktion).

Wie produktiv und rentabel ist die biologische Baumwollproduktion in Indien aber wirklich?

Dieser Frage gehen FiBL-Forscher seit 2007 in einem einzigartigen Forschungsprogramm nach: dem Langzeit-Systemvergleich in den Tropen. Der Langzeitversuch in Indien hat ergeben, dass biologische Baumwollproduktion trotz tieferem Ertrag rentabel sein kann.

In der Beobachtungsperiode 2007 bis 2010 waren die Erträge der Bio-Baumwolle im Durchschnitt 14 Prozent tiefer als bei der konventionellen Baumwolle.

Ökonomisch betrachtet schnitten die biologischen und konventionellen Systeme aber gleich gut ab: biologische Landwirte haben nach Abzug der 38 Prozent tieferen Produktionskosten gleich viel in der Tasche wie ihre Kollegen.

Bio-Baumwolle lässt sich mit weniger Kapital produzieren, was die Abhängigkeit von Krediten und die Schuldengefahr reduziert. Die Produktion von konventioneller Baumwolle ist teurer wegen erhöhten Kosten für chemische Dünger, Pestizide und gentechnisch verändertem Saatgut. (AZ)

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