Fricktal
Der Frühling kann kommen – viele Fricktaler Störche sind bereits zurück

Sie sind deutliches Zeichen dafür, dass es nicht mehr lange dauert, bis es Frühling ist: Die Störche im Fricktal kehren zurück. In Kaiseraugst ist bereits gut die Hälfte der Vögel wieder da. Storchenvater Urs Wullschleger rechnet damit, dass es auch in diesem Jahr wieder Zweikämpfe um die Horste geben wird.

Thomas Wehrli
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Das Storchenpaar auf dem «Adler» in Kaiseraugst trotzt dem Sturm.

Das Storchenpaar auf dem «Adler» in Kaiseraugst trotzt dem Sturm.

Urs Wullschleger / Aargauer Zeitung

Die Freude ist Urs Wullschleger durch das Telefon hindurch anzuhören: «Gut die Hälfte der Störche ist aus dem Winterquartier zurück», erzählt der Kaiseraugster Storchenvater und fügt schmunzelnd an:

«Jetzt läuft endlich wieder etwas im Dorf.»

Wobei: Ganz auf seine Störche musste Wullschleger in den letzten Wochen nicht verzichten. Der erste Storch war schon Anfang Januar zurück. «Er kommt jedes Jahr vor der Storchensaison zu uns», weiss Wullschleger.

Es handle sich beim besagten Exemplar der Gattung «Ciconia» um einen «uralten Sempacher Storch», der um die 25 Jahre alt sein müsse, so Wullschleger. Der Storch komme immer Anfang Jahr nach Kaiseraugst und verschwinde dann jeweils wieder, wenn die anderen kommen. «Wo er den Sommer verbringt, habe ich noch nicht herausgefunden.»

18 der rund 30 Störche sind bereits zurück

Seit Anfang Februar kehren nun auch die anderen Störche zurück. 18 sind es derzeit, sieben Horste sind bereits doppelt besetzt. Was Wullschleger freut: In den Nestern im Dorf, die er von seiner Wohnung aus direkt einsehen kann, herrscht bereits wieder Paarbetrieb.

Die AZ erwischt Wullschleger am Montag erst im zweiten Anlauf; beim ersten ist der nimmermüde Storchenvater «gerade nicht da», wie seine Frau am Telefon schmunzelnd sagt. Doch Wullschleger antizipiert, was die AZ will – und, schwups, landet noch vor dem Telefonat ein neues Storchen-Foto im Postfach.

Es zeigt die beiden Störche auf dem «Adler», wie sie am Montagmorgen in ihrem Horst stehen. Sie wirken mässig glücklich. «Sie stellen sich tapfer dem Sturm», umschreibt Wullschleger die Szene am Telefon.

Gerangel um die Horste ist vorprogrammiert

Bereits zurück sind vor allem alteingesessene Störche; die jüngeren werden noch folgen. Und dann dürfte es wieder ein kleines Gerangel um die Horste geben. 20 Nester waren im letzten Jahr besetzt, drei davon gibt es allerdings nicht mehr – die Stürme haben sie weggeblasen.

Wullschleger kann sich deshalb gut vorstellen, dass das eine oder andere Paar ein neues Nest in Angriff nimmt – oder sich alternativ ins gemachte Nest setzt: Auf dem Bollingerhaus, das den Ortsbürgern gehört und komplett umgebaut wurde, konnten die Storchenfreunde einen weiteren Horst realisieren. «Er ist noch zu haben», sagt Wullschleger. Im letzten Jahr jedenfalls blieb er unbesetzt.

Das könne daran liegen, dass noch gebaut wurde, mutmasst Wullschleger, fügt dann aber sogleich hinzu:

«Dass Bauarbeiten Störche nicht vom Bauen abhalten müssen, zeigte das Paar, das vor einigen Jahren auf einem Kran nistete.»

Heiss zu und her gehen wird es in Kaiseraugst, sobald es wärmer wird. «Dann werden auch wieder die Kämpfe um die Horste beginnen», sagt Wullschleger. Dass es Kämpfe geben wird, davon ist der Storchenvater überzeugt. Auch letztes Jahr waren mehr Störche da, als es Horste gab.

Junge Störche kommen früher zurück

Eines ist Wullschleger dabei aufgefallen: «Die Jungstörche kommen heute früher zum ersten Mal zurück als früher.» Kehrten sie vor einigen Jahr erst mit drei Jahren an ihren Geburtsort zurück, kommen viele heute schon mit zwei Jahren. «Im letzten Jahr war sogar ein einjähriger Storch dabei», hat Wullschleger beobachtet. Sie sind dann zwar noch nicht geschlechtsreif, wollen aber dennoch auf einen Horst. Der Kampf ist damit vorprogrammiert.

Wobei: Eigentlich könnten die Störche ja einfach noch etwas ostwärts ziehen, nach Rheinfelden beispielsweise, wo es meist noch Platz hat. Wieder lacht Wullschleger. «Sie bleiben aber lieber bei uns, was ich bei unserem tiefen Steuerfuss gut nachempfinden kann.»

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