Schulareal Ebnet
Fricker Schüler-Prügelei geht an Jugendanwaltschaft – «Das war ganz klar Körperverletzung»

Die Kantonspolizei Aargau verzeigt zehn Beschuldigte, die sich ausserdem schulintern verantworten müssen. Zudem stehe den Eltern der betroffenen Schülern frei zivilrechtlich gegen sie vorzugehen.

Hans Christof Wagner
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Die Schlägerei hat sich an der Schule Ebnet in Frick ereignet.

Die Schlägerei hat sich an der Schule Ebnet in Frick ereignet.

zvg (Frick, 8. Januar 2020

Im Zusammenhang mit der Schlägerei auf dem Schulareal Ebnet in Frick vom vergangenen Donnerstag sind jetzt zehn Oberstufenschüler an die Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau verzeigt worden. Dies bestätigt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, auf Nachfrage der AZ. «Die Kantonspolizei Aargau hat zehn Jugendliche als Beschuldigte ermitteln können», so Graser.

«Der 14-Jährige wollte dem 16-Jährigen zu Hilfe kommen»

Welche Tatbestände die Aargauer Jugendanwaltschaft als gegeben betrachtet, sei noch ­offen. Dass Körperverletzung darunterfalle, ist Graser zufolge allerdings schon sicher. «Es gibt in solchen Verfahren auch andere Tatbestände. Welche, entscheidet jetzt die Jugendanwaltschaft», sagt Graser. Diese sei in Jugendstrafverfahren aber «eher zurückhaltend».

Fest stehe auch schon, dass der bei der Prügelei verletzte Schüler, ein 16-Jähriger, nicht zu der Gruppe der zehn Beschuldigten gehört. «Er war wohl tatsächlich das Opfer», so der Polizeisprecher, der ausserdem einen 14-Jährigen erwähnt, der ebenfalls Faustschläge und Fusstritte habe erleiden müssen. Graser: «Der 14-Jährige wollte dem 16-Jährigen zu Hilfe kommen und wurde so ebenso Opfer der Attacken.»

Gespräche mit dem Schulleiter und der Schulpflege

Für Schulleiter Lothar Kühne bleibt es, auch vier Tage nach dem Vorfall, dabei: «Für mich war das keine Lappalie, keine Rauferei, sondern ganz klar Körperverletzung.» Die Schule werde den Vorfall jetzt aufarbeiten. Die zehn Beschuldigten müssten einzeln und in Begleitung der Eltern dem Schulleiter und einem Vertreter der Schulpflege berichten, kündigt Kühne an. Die Gespräche fänden in den kommenden Tagen statt.

Gleichzeitig werde man verfolgen, zu welchen Ergebnissen die polizeilichen und jugend­anwaltschaftlichen Ermittlungen kommen, so der Fricker Schulleiter. Auch schulintern mit disziplinarischen Mitteln gegen die Beteiligten vorzugehen, hatte Kühne als Reaktion auf die Schlägerei schon am Donnerstag angekündigt. Und es könnte für die Beschuldigten noch schlimmer kommen. «Zivilrechtlich gegen sie vorzugehen, steht den Eltern der betroffenen Schüler zudem frei», so Graser. Sie könnten also Schmerzensgeld einklagen.