Frick
Statt zur Arbeit in den Wald: Lernende erhalten Einblicke in ein neues Berufsfeld

Diese Woche fand der vom Verein Gewerbe Region Frick-Laufenburg organisierte Event für Lernende statt. Die Veranstaltung ist ein Weiterbildungsnachmittag für Lehrlinge. Dieses Jahr besuchten sie den Fricker Förster und die Jagdgesellschaft in Frick.

Simon Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Beim «Event für Lernende» besuchten rund 30 Lehrlinge aus verschiedenen Berufen die Förster und Jäger von Frick.

Beim «Event für Lernende» besuchten rund 30 Lehrlinge aus verschiedenen Berufen die Förster und Jäger von Frick.

zvg/Daniel Müller

Schönes Wetter, 25 Grad – ein perfekter Tag, um ihn draussen zu verbringen. Genau das haben rund 30 Jugendliche am Donnerstag-Nachmittag gemacht am diesjährigen Event für Lernende, für den sie von ihren Lehrbetrieben frei gestellt wurden.

Die Veranstaltung wird alle zwei Jahre vom Verein Gewerbe Region Frick-Laufenburg organisiert. Es ist ein Weiterbildungsnachmittag für Lehrlinge, an dem sie etwas Neues lernen, was nicht unbedingt etwas mit ihrem Beruf zu tun hat. Dieses Jahr ging es um das Thema Nachhaltigkeit. Patrick Uebelmann, Vizepräsident des Gewerbevereins, sagt:

«Wegen Corona mussten wir sehr spontan sein und konnten erst zehn Tage im Voraus die Anmeldungen einholen.»

Andere Jahre habe man sich oft einen Betrieb angesehen, doch dieses Jahr musste man den Event draussen machen, um es im gewünschten Rahmen durchführen zu können.

[11:58] Havenith Sandra

Jagdaufseher Simon Kläuser erklärt, wieso die Treibjagd manchmal notwendig ist.

Simon Widmer

Der Event begann um 13 Uhr beim Bahnhof in Frick. Nach einer kurzen Begrüssung verschoben sich alle direkt in den Wald am Fusse des Thiersteinbergs, wo der erste Programmpunkt stattfand: ein Rundgang durch den Wald mit Förster Philipp Küng.

Waldrundgang mit einem Experten

Auf der Wanderung auf dem Weg des geplanten Fitnesstrails erzählte der Förster über den Wald. An sieben Stops zeigte er unter anderem die Herausforderungen, die sein Beruf bringt. Dazu gehören neben der Vernichtung eines Fichtenwaldstücks durch den Borkenkäfer etwa auch Schneeschäden. Küng zeigte den Lernenden aber auch ein Eichenwald- sowie ein Totalreservat.

Förster Philipp Küng zeigt den Jugendlichen die Facetten des Waldes auf einem Rundgang.

Förster Philipp Küng zeigt den Jugendlichen die Facetten des Waldes auf einem Rundgang.

Simon Widmer

Immer wieder wurden von den Lehrlingen Fragen gestellt, die Küng stets zu beantworten wusste. Man merkte: Da ist Leidenschaft drin. Speziell beim Thema Klima stiess Küng auf hellhörige Ohren. Ein Jugendlicher stellte die Frage, weshalb das meiste Holz nach Asien, speziell China, verkauft wird, wo das doch extrem kontraproduktiv für das Klima sei. Küng antwortete darauf:

«Wir würden liebend gerne in die Schweiz liefern, aber die weiterverarbeitende Industrie fehlt. Es gibt fast keine Sägereien hier.»

Ein Bereich, der Küng auch sehr wichtig ist, ist die Mehrfachnutzung des Waldes und die daraus resultierenden Nutzungskonflikte. Küng sagt dazu: «Früher ging man in den Wald, um zu holzen. Heute hat es Jogger, Biker, Reiter und Spaziergänger neben uns.»

Gewehr statt Pfeil und Bogen

Der zweite grosse Programmpunkt hatte ebenfalls etwas mit diesen Nutzungskonflikten zu tun: Es handelt sich um die Jagdgesellschaft. Anhand von drei Posten zeigten Jäger der Fricker Jagdgesellschaft den Jugendlichen, was sie das ganze Jahr so zu tun haben.

Zum einen stellten sie die verschiedenen Waldbewohner anhand von Präparaten vor, zum anderen erklärten sie den Jagdkalender und die Organisation der Jagd im Aargau. Zu guter Letzt konnten die Lernenden das Werkzeug der Jäger – die Gewehre – begutachten. Bei diesem Posten stellte ein Jugendlicher die Frage, ob man heute noch mit Pfeil und Bogen jagen würde. Der Jäger klärte ihn auf:

«In der Schweiz ist das Jagen mit Pfeil und Bogen verboten, weil das Tier so wenig wie möglich leiden sollte.»

Es sei zwar auch mit einem Pfeilbogen möglich, ein Tier sofort zu erlegen, doch um einiges schwerer als mit einem Gewehr. Abgeschlossen wurde das Event durch ein Ausklingen im Wälchligarten in der Nähe des Bahnhofs Frick mit Wurst und Getränken.