Frick
Neue Plätze, neue Halle, neuer Kids-Trainingsplatz: Wie der Tennisclub Frick das Grossprojekt ins Trockene bringt

Mit einem Crowdfunding will der Tennisclub Frick seinem Nachwuchs zu einem eigenen Kids-Trainingsplatz verhelfen. 17'000 Franken sind bereits zugesichert. Clubpräsident Massimo Fini ist zuversichtlich – auch, dass die vier neuen Aussenplätze zum Saisonstart bereit sind.

Thomas Wehrli
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Alles neu: Der Tennisclub Frick realisiert auf seiner Anlage am Juraweg vier neue Aussenplätze sowie eine Tennishalle mit drei Plätzen.

Alles neu: Der Tennisclub Frick realisiert auf seiner Anlage am Juraweg vier neue Aussenplätze sowie eine Tennishalle mit drei Plätzen.

Dennis Kalt / Aargauer Zeitung

Aufschlag Tennisclub Frick: Auf der Anlage am Juraweg baut der Club aktuell vier neue Aussenplätze sowie die erste Tennishalle in der Vereinsgeschichte. «Die Arbeiten sind weitgehend auf Kurs», freut sich Clubpräsident Massimo Fini.

Das heisst: Die vier neuen Sandplätze sind erstellt – nach nur sechs Monaten Bauzeit. Bevor sie bespielt werden können, braucht es nun noch «die erste Frühjahresinstandhaltung», wie Fini sagt. Man kann auch sagen: den ersten Service. Dieser ist anspruchsvoll und wird vom Platzbauer ausgeführt. Fini:

«Ziel ist es, die Plätze Mitte April eröffnen zu können.»

Dass dies möglich ist, hat mit einer guten Planung zu tun – und mit einem Quentchen Wetterglück. Denn der Sand, der aus Österreich kommt, wird auf rund 1000 Metern abgebaut. «Er konnte gerade noch vor dem Wintereinbruch bereitgestellt werden.» Einige Tage später – und die Lieferung hätte sich verzögert.

Tennishalle soll im Sommer bereit sein

Leichte Verzögerung gibt es dafür bei der Tennishalle, die über drei Plätze verfügen wird. «Doch wir sind zuversichtlich, dass wir diese aufholen können und die Halle ab dem Sommer spielbereit ist», so Fini.

Noch nicht ganz unter Dach ist dagegen der Kids-Trainingsplatz, den der Club für die kleinen Tennisspieler realisieren will – «die Clubzukunft», wie Fini sagt. Für das Projekt, das rund 25'000 Franken kostet, läuft aktuell ein Crowdfunding. Bislang sind knapp 17'000 Franken zusammen. Fini sagt:

«Das stimmt mich zuversichtlich, dass wir das Sammelziel auch erreichen.»

Er weiss aber auch: «Es braucht noch einmal einen Schub.»

Auf die Idee, einen eigenen Kids-Trainingsplatz zu bauen, kam der Club durch die Diskussion um die Tenniswand. Viele Mitglieder wünschen sich eine Wand, an der sie alleine trainieren können. «Da kam uns die Idee, dass wir die beiden Anliegen doch miteinander kombinieren könnten.» Und so soll nun bei der Wand ein rund 150 Quadratmeter grosser Kids-Trainingsplatz entstehen.

Platz eignet sich für polysportives Training

«Er bekommt einen anderen Belag, damit er schneller wieder bespielbar ist, wenn es geregnet hat», erklärt Fini. Der Platz, eine Art Kunstrasen, eignet sich sehr gut für eine polysportive Beschäftigung der Kids. «Heute wird beim Training stark auf Vielfältigkeit gesetzt», erklärt Fini.

Der Kids-Trainingsplatz hilft dem Tennisclub aber auch bei der Bewirtschaftung der Plätze: «Übungen, die sonst auf einem der vier Plätze stattfinden würden, können so ausserhalb der eigentlichen Tennisplätze durchgeführt werden», sagt Fini.

Die Kombination von Kids-Trainingsplatz und Tenniswand steht auch für das Bemühen des Clubs, die Kosten so tief wie möglich zu halten. So wurde die Aussenwand des Geräteschuppens so konstruiert, dass sie künftig auch als Tenniswand funktioniert.

Halle, Plätze und Squash-Court kosten 3,5 Millionen Franken

Trotz Kostenbremsen und vielen Eigeninitiativen – die Clubmitglieder zeichneten Darlehen in sechsstelliger Höhe und der Club akquiriert Geld über einen speziellen Pasta-Verkauf – bleibt das Projekt ein grosser finanzieller Brocken. Rund 3,5 Millionen Franken kosten Halle, Aussenplätze und ein dritter Squash-Court für den Squash Club Fricktal. Dieser spannt seit vielen Jahren mit dem Tennisclub zusammen und beteiligt sich an den Gesamtkosten mit rund einer halben Million Franken.

Ein Teil der Kosten wird über den Swisslos-Fonds finanziert. Allerdings erwischte den Club eine Gesetzesanpassung im letzten Jahr auf dem linken Fuss; es fliesst deutlich weniger Geld an das Projekt als erwartet. Fini:

«Wir haben beim Kanton einen Wiedererwägungsantrag eingereicht, da die Planung weit fortgeschritten war, als die Änderung kam.»

Damit war das Projekt, das man schon im Trockenen wusste, plötzlich doch wieder gefährdet. Den Wiedererwägungsantrag hat der Club im November eingereicht; entschieden sei er noch nicht, sagt Fini. Allzu viel Hoffnung macht er sich allerdings nicht. Fini ist deshalb froh, dass es einen Plan B gibt.

Clubmitglieder spannen Rettungsschirm

Der Plan B besteht aus einer Handvoll Clubmitgliedern, die eine Art Rettungsschirm aufgespannt haben. Sie springen ein, sollte ein Betrag offen bleiben und geben dem Club Darlehen zu «äusserst guten Konditionen», wie Fini sagt. «Unser Ziel ist es, möglichst wenig Geld aus dem Rettungsschirm in Anspruch nehmen zu müssen», so Fini. Er lacht.

«Vor allem hoffe ich, dass wir in der ersten Saison mit unseren neuen Aussenplätzen einen anderen Schirm möglichst selten aufspannen müssen: den Regenschirm.»