«Dieses Jahr war ich noch nicht im Becken.» Franz Meier muss schmunzeln, als er den Satz sagt. 16 Jahre Badmeister haben aus ihm keine Wasserratte gemacht. Und wenn er schwimmen geht, dann eher in offenen Gewässern, «im Bodensee zum Beispiel». Das reize ihn mehr.

Die Tatsache, dass er noch nie im Becken war, hat aber auch ihr Gutes. Gestern ist im Schwimmbad Huebmet in Wölflinswil erneut eine Saison ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. «In den 16 Jahren musste ich zweimal einen Kindergärtler rausziehen», blickt Franz Meier zurück, «doch es war beide Male kein schlimmer Zwischenfall.» Einen Krankenwagen etwa brauchte es in seiner Amtszeit noch nie. Meier hält inne. Sagt: «Darüber kann ich froh sein.» Und: «Holz alänge.»

Wenig Abos verkauft

Weniger froh ist Franz Meier über den Saisonverlauf. Der Umsatz liege deutlich unter dem Durchschnitt, sagt er. «Fast fünfzig Prozent.» Die Begründung ist ebenso einfach wie logisch. «Zu Saisonbeginn war das Wetter schlecht. Und das ist der Zeitpunkt, an dem die Besucher die Abonnemente lösen.»

Der Schlussspurt des Sommers in den letzten Wochen konnte den schlechten Start nicht mehr aufwiegen. Aber er brachte immerhin noch einmal Leben ins Schwimmbad Huebmet, das eines der kleinsten der Region ist. Kinder vor allem, aber auch langjährige Stammgäste.

Einheimische, Heimweh-Wölflinswiler, aber auch Wasserratten aus der Region von Laufenburg bis Erlinsbach. «Wir haben jeweils gemerkt, wenn die Fricker Badi überfüllt war, dann sind die Gäste einfach bis zu uns weitergefahren.»

Und dann gab es auch noch die Dorfvereine, die gerne mal einen lauen Sommerabend im Schwimmbad genossen und sich von Graziella Napoli bewirten liessen.

Vielfältige Aufgaben

Franz Meier kennt seine Gäste genau. «Wenn jemand zum ersten Mal hier ist, dann spreche ich ihn auch mal an und frage, wie es ihm gefällt.» Auch sonst freut sich der Badmeister jeweils über den Kontakt mit seinen Gästen. Hält einen Schwatz da, führt ein Gespräch dort. Das gehört für ihn ebenso zum Badmeister-Job wie die Aufsicht.

Hinzu kommen viele weitere Aufgaben: Rasenmähen, Hecken schneiden, Umgebungspflege, Kontrolle der Umwälzpumpen, Überwachung der Chlor- und Filteranlage oder die tägliche Reinigung des Beckens. Franz Meier, der gleichzeitig auch Schulhausabwart in Wölflinswil ist, mag auch diese Facetten in seinem Job – und er gibt nun seine Erfahrung weiter.

«Dieses Jahr habe ich Hermann Stitz eingearbeitet», sagt Meier, «eigentlich bin ich nur noch im zweiten Glied.» Nachdem eine Stabübergabe vor zwei Jahren nicht geklappt hat, ist Meier nun zuversichtlich. «Wir arbeiten gut zusammen. Es passt.»

Dennoch wird Franz Meier auch in der nächsten Badi-Saison zu «seinem» Schwimmbad Huebmet und zu «seinen» Gästen schauen. Er hat bereits Pläne: «Vor Saisonstart werden wir zusammen mit den Kindergärtlern das Kinderbecken neu streichen und bemalen.» Bei dieser Gelegenheit dürfte auch der Badmeister mal im Becken zu sehen sein.