«Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …» Diesen Sonntag beginnt die Adventszeit, und wer einen Adventskranz hat, zündet die erste Kerze an. Am Montag dann ist das auch an den Primarschulen in Laufenburg und Sulz der Fall. «In den Schulzimmern stehen Adventskränze», sagt die Laufenburger Schulleiterin Simone Ackle-Lüchinger. Und auch sonst ist das bevorstehende Weihnachtsfest in den Laufenburger Schulen deutlich präsent. «In den Schulhäusern steht ein Weihnachtsbaum, die Klassen basteln Schmuck und wichteln», so Ackle.

Auch an anderen Fricktaler Schulen kehrt nun Adventsstimmung ein. «In den Klassen aller Stufen wird gebastelt, gesungen, gebacken und die Schulzimmer werden weihnachtlich dekoriert», sagt etwa Heidi Federli-Bielser, Leiterin der Rheinfelder Schulverwaltung. In Stein gestalten die Klassen einzelne Adventsfenster und in Frick wird gleich das ganze Schulhaus zum Adventskalender.

Rücksicht auf andere Kulturen

Auch in Gansingen ist der Kalender voll mit weihnächtlichen Aktivitäten vom Samichlaus-Besuch bis zum Kerzenziehen. «Mir ist aber auch wichtig, dass die Schüler erfahren, was Advent heisst», sagt Schulleiter Urs Ammann. «Der christliche Hintergrund ist von Bedeutung.» So habe er die Schüler bereits dafür sensibilisiert, dass es nicht nur Zeiten des Trubels, sondern auch Zeiten der Ruhe und des Wartens gibt. Zeiten, in denen man das Gespür für sich und andere schärfen soll. Dieser Fokus sei in Gansingen wohl einfacher als andernorts, so Ammann. «Hier haben die Schüler fast ausnahmslos einen christlichen Hintergrund.»

Ein Beispiel ist etwa Stein, die Fricktaler Gemeinde, die mit fast 40 Prozent den höchsten Ausländeranteil aufweist. «Bei uns steht das Besinnliche, Ruhige im Vordergrund», sagt Schulleiterin Irène Lorenzon. Bezüge zum Christentum dagegen weniger. Dennoch gebe es vereinzelte Kinder, die auf Veranlassung der Eltern nicht mitfeiern dürfen. Diese Erfahrung hat man auch in Rheinfelden gemacht. «Es kommt vereinzelt vor, dass ein Kind aufgrund seiner Religion nicht mitsingen darf oder will», sagt Heidi Federli.

Zwar wird den Schülern in Rheinfelden erklärt, weshalb Weihnachten gefeiert wird, und ihnen vermittelt, dass Advent und Weihnachten «zu unserem Land und somit zu unserer Kultur» gehören. Bei der Gestaltung der Aktivitäten wird aber Rücksicht auf die multikulturelle Schülerschaft genommen. Krippenspiele etwa finden keine statt und bei den Weihnachtsliedern wird grundsätzlich darauf geachtet, «dass sie in erster Linie Weihnachten als kulturelles Gut thematisieren und weniger den religiösen Hintergrund», wie Heidi Federli sagt.

In Frick werde die Weihnachtsgeschichte «wenn überhaupt im Fach Ethik und Religionen behandelt», sagt Schulleiter Peter Boss. In der Adventszeit gehe es «vorwiegend um interkulturelle Begriffe wie Freude, Friede, Freundschaft, Geborgenheit, Angst und um Symbole wie Licht, Dunkelheit, Sterne, Nacht, Kerze, Flamme». Boss sagt aber auch, dass in Frick in den letzten Jahren Weihnachten stets gleich begangen worden sei und man mit diesem Weg nie auf Kritik bei den Eltern gestossen sei.

Dies ist auch in Laufenburg so. «Ich erlebe die Menschen hier sehr offen», sagt Simone Lüchinger. Die vielfältigen kulturellen Hintergründe schränkten die Lehrpersonen in der Adventszeit nicht ein. «Es wird durchaus mal ‹Stille Nacht› gesungen, aber auch modernere Lieder von Andrew Bond.»