Wittnau

«Es ist der letzte Strohhalm»: Initiative lässt für Schulfusion Hoffnung aufkeimen

Benedikt Furrer (l.) und Samuel Freiburghaus bei der Übergabe der Initiative an Gemeindeschreiberin Claudia Schraner.

Benedikt Furrer (l.) und Samuel Freiburghaus bei der Übergabe der Initiative an Gemeindeschreiberin Claudia Schraner.

In Wittnau soll die «Gmeind» über die Schulfusion nochmals abstimmen – voraussichtlich im Sommer 2021. Für die Oberstufe Wegenstettertal drängt die Zeit.

Es ist der letzte Funken Hoffnung für den Erhalt der Oberstufe im Wegenstettertal: Am Mittwoch übergaben Samuel Freiburghaus und Benedikt Furrer der Wittnauer Gemeindeschreiberin Claudia Schraner eine Initiative mit 149 Unterschriften. Mit dieser wird der Gemeinderat aufgefordert, die Abstimmung über die Kreisschule Thierstein zu traktandieren.

Bei der neuen Schule würde die Oberstufe im Wegen­stettertal als Aussenstelle der Kreisschule Gipf-Oberfrick fungieren und sich so ihr Über­leben sichern, da ihre Ausnahmegenehmigung im nächsten Jahr ausläuft. Der Gemeinderat Wittnau hat jedoch im Vorfeld das Projekt abgeschmettert – im Gegensatz zu Gipf-Oberfrick, Wölflinswil und Oberhof.

Abstimmung frühestens im nächsten Sommer

Freiburghaus empfand dieses Vorgehen des Gemeinde­rates als undemokratisch. «Solch ein gewichtiger Entscheid gehört vors Volk», sagt er. Etwa zehn Tage haben er und weitere fünf Initianten gebraucht, um die 149 Unterschriften zu sammeln – 100 wären für das Zustandekommen nötig gewesen. Mit der Zahl der Unterschriften zeigt sich Freiburghaus zufrieden. Sie sei ein guter Indikator für eine Abstimmung dereinst. «Natürlich werden wir unsere Unterstützer an der entsprechenden Gemeindeversammlung mobilisieren», sagt er.

Abstimmen über das Schulprojekt kann die «Gmeind» aber frühestens im nächsten Sommer. «Die Botschaft für die Gemeindeversammlung im November befindet sich bereits im Druck», sagt Gemeindeammann Andreas von Mentlen. Man würde das Anliegen aus der Bevölkerung ernst nehmen, im Gemeinderat besprechen und aller Voraussicht an der übernächsten «Gmeind» traktandieren.

«Damit der offene politische Prozess nicht abgewürgt wird»

Doch die Zeit drängt für die Oberstufe im Wegenstettertal angesichts der auslaufenden Ausnahmegenehmigung. So hat Adrian Francke, Präsident der Kreisschulkommission, einen Sondergenehmigungsantrag verfasst. Mit diesem soll der Schulbetrieb auch noch für das nächste Schuljahr gesichert werden, «damit der offene politische Prozess, der durch die Initiative in Gang gesetzt wurde, nicht abgewürgt wird». Gemäss Felix Wendelspiess, Gemeindeammann von Wegenstetten, werden die vier an die Schule angeschlossenen Gemeinden den von Francke verfassten Antrag demnächst beim kantonalen Departement für Bildung, Kultur und Sport einreichen. «Es ist der letzte Strohhalm. Alle Gemeindeammänner stehen hinter dem Antrag», sagt Wendelspiess.

Faktenlage noch einmal prüfen

Peter Schraner von der IG pro Oberstufenstandort Gipf-Oberfrick fordert den Gemeinderat von Gipf-Oberfrick auf, nochmals das Gespräch mit den anderen Gemeinden zu suchen und eine erneute Abstimmung über den Schulzusammenschluss an den jeweiligen Versammlungen anzuregen. «Das wäre im Sinne der Bevölkerung der richtige und gangbare Weg.»

Verena Buol, Gemeinderätin von Gipf-Oberfrick, zuständig für Schule und Bildung, sagt, dass man die Initiative im Gremium thematisieren und die Faktenlage noch einmal überprüfen werde.

Verwandtes Thema:

Autor

Dennis Kalt

Meistgesehen

Artboard 1