Frick

Er führt ein Leben zwischen Natur und Computer

Der Allround-Künstler René Sommer vor seinen Büchern im heimeligen Waldhaus bei Liesberg. jjz

Der Allround-Künstler René Sommer vor seinen Büchern im heimeligen Waldhaus bei Liesberg. jjz

René Sommer, Leiter der Heilpädagogischen Sonderschule Frick, wohnt in Liesberg in einem Waldhaus in Mitten der Natur. Der Küstler findet beim Gedichteschreiben in seiner Baselbieter Naturoase Ruhe von seinem Beruf als Schulleiter.

René Sommer ist seit 1983 Leiter der Heilpädagogischen Sonderschule in Frick, wo derzeit 40 Angestellte tätig sind und 57 Kinder unterrichtet werden. Der Heilpädagoge und Künstler wohnt in Liesberg BL in einem Waldhaus und beschreibt, dass die Natur dort einzigartig ist. Vom Fenster seines Waldhauses aus kann er beobachten, wie sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Die Sicht auf die Juraberge sei phänomenal, sagt Sommer, dessen Haus in einem kleinen Wäldchen steht, umgeben von Wiesen mit seltenen Orchideen.

Ausgleich zum Beruf

Er schwärmt vom Russischen Bär und vom Schwalbenschwanz, zwei Schmetterlinge, die bei ihm Glücksgefühle auslösen. Rund um sein Waldhaus ist immer etwas los, und René Sommer geniesst den Kontakt mit den Leuten. Manchmal leiht er bei einem unerwarteten Regenschauer einen Schirm aus oder verarztet die Wunde eines Sporttreibenden.

Es ist heimelig und warm in seiner Stube. Nebel zieht langsam in die Höhe. René Sommer verbrennt in seinem Ofen 6 Ster Holz pro Jahr, das er selbst sägt und zerkleinert. Er sei ein Naturmensch und liebe diese Beschäftigung als Ausgleich zu seinem Beruf als Schulleiter an der HPS in Frick, sagt er.

Sommer ist die Ruhe selbst, freundlich und sehr zuvorkommend. Ihn kann nicht so schnell etwas aus dem Gleichgewicht bringen. Mit seiner Lebenspartnerin Erika Koller wohnt er seit 14 Jahren der Naturoase im Baselbiet. Er sammelt Kräuter für Tee und Gewürze und nimmt auch mal einen Stein mit nach Hause, der ihm gut gefällt.

Seine grosse Leidenschaft ist aber das Schreiben: 14 Gedichtbände hat er schon herausgegeben, das letzte Bändchen liegt auf dem Tisch vor ihm. «Schwarzer Prinz und grünes Zebra» lautet der Titel seiner surrealistischen Gedichte. Ausgefallen sind seine Texte, sie machen nachdenklich und sind doch erheiternd.

«In einem Kuhdorf, fast ohne Menschen, ohne Restaurants, Laden, Apotheke bringt Andy Warhol Brot, Medikamente und die Zeitung von gestern mit», beginnt einer seiner Texte. Seine Fantasie kennt keine Grenzen, und doch möchte er über Poesie nachdenken. Kunst ist das einzige Wertbeständige, ist Sommer überzeugt. Er ist ein Philosoph – Georg Wilhelm Friedrich Hegel hat es ihm angetan. «Ich möchte die Entwicklung der Geistesgeschichte verstehen.»

Gedicht auf Isländisch übersetzt

Sein Gedicht «Wie klingen die Wörter im Sommer» wurde in alle vier Landessprachen und sogar noch auf Isländisch übersetzt. An der Preisverleihung für dieses Gedicht in Zofingen wurde es den Gästen in Isländisch vorgetragen. Das habe ihn sehr beeindruckt.

Mit Theodor Fontanes Schriften hat Sommer auch über Afghanistan nachgedacht. Viele Grossmächte hätten sich an Afghanistan schon die Zähne ausgebissen, 100000 Briten seien dort umgekommen. «Es handelt sich bei den Afghanen um ein Nomadenvolk, das man mit Waffengewalt nicht demokratisieren kann.»

Er möchte sich jetzt auch an einen Roman wagen. Die Ideen dazu sind notiert. René Sommer ist ein Allrounder. Er zeichnet Comics und komponiert moderne und klassische Musik auf seinem PC. «Ich lasse Cello und Geige mitspielen und verfüge damit über ein kleines Hauskonzert», lacht der 57-jährige Naturmensch. Er geniesst die Vorteile der Elektronik und des Internets. Trotzdem ist es in seiner Stube mit den vielen Bildern von seiner Lebenspartnerin und ihm, Teekrügen, Wolldecken und der Katze Wuschel gemütlich, wie zu Grossmutters Zeiten.

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