Im Jahr 1998 fand in Frick die erste Rollbörse statt. Organisiert wurde sie damals von der Fricker Brockenstube Brockoli und der Kinderkleiderbörse Gwundernase in Gipf-Oberfrick. «Wir hatten keinen Platz, um Velos oder Kinderwagen in den normalen Räumlichkeiten zu verkaufen, also haben wir die Rollbörse gegründet», blickt Jacqueline Winter auf die Anfangszeit zurück.

16-mal führten die Organisatorinnen den Anlass durch. Mit wachsendem Erfolg und mit vielen Helfern. 2013 war Schluss. «Wir hätten uns zu Beginn nie träumen lassen, dass wir die Rollbörse 16 Mal durchführen», so Jacqueline Winter, «und zuletzt hatten wir stets das Gefühl, dass wir zeitlich immer knapper dran waren mit Organisieren.» Also haben sich die Organisatorinnen 2013 entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen.

Jugendliche setzen sich ein

Dass die Rollbörse nun dennoch weitergeführt wird, dafür ist nicht zuletzt Lukas Fischer verantwortlich. «Meine Mutter war eine der Organisatorinnen der Rollbörse», erklärt er gegenüber der Aargauer Zeitung, «und ich war von klein auf immer mit dabei. Also hatte ich die Idee, dass man die Börse weiterführen sollte.»

Fischer selber ist in der offenen Jugendarbeit «Jugend bewegt» der Trägergemeinden Frick, Gipf-Oberfrick und Wittnau aktiv. Und so lag es nahe, seine Kollegen zu fragen, ob sie Interesse hätten, die Rollbörse künftig durchzuführen. Die Jugendlichen hatten. «Sie waren gerne dabei und so haben wir die Organisation übernommen», so Lukas Fischer.

Unterstützt werden die Jugendlichen von Jugendarbeiter Angelo Zurlino und auch die Vorgängerinnen teile ihre Erfahrungen gerne und geben Ratschläge weiter. Angelo Zurlino ist begeistert über die Initiative «seiner» Jugendlichen. «Es zeigt, dass die Jugendlichen auch gerne für die Gemeinschaft einsetzen.»

Alles, was ohne Motor rollt

Rund zehn Jugendliche der Betriebsgruppe von «Jugend bewegt» und noch einmal so viele Helfer aus dem Kollegenkreis werden also am 3. Mai im Einsatz stehen. Neu sind nicht nur die Organisatoren, neu ist auch der Verkaufsort: Die Rollbörse findet beim Primarschulhaus Frick statt. Das bewährte Prinzip bleibt aber bestehen. Von 9 bis 11 Uhr werden die Gegenstände, die verkauft werden sollen, angenommen. «Verkauft wird alles, was rollt und nicht motorisiert ist», lautet das Motto, also Velos für Gross und Klein, Veloanhänger, Trottinetts, Skateboards, Inline Skates oder Kinderwagen.

Die Erfahrung zeigt, dass die Verkäufer meist Preisvorstellungen haben. Dennoch werden die Fahrzeuge vor Ort geschätzt. «Unser Ziel ist es, eher günstige Velos für die breite Bevölkerung im Angebot zu haben», erklärt Zurlino. Von 11 bis 14 Uhr ist dann die Börse für die Käufer offen. Ab 14 Uhr können die Verkäufer ihren Erlös oder aber die nicht verkauften Fahrzeuge wieder abholen. Während der ganzen Rollbörse ist auch ein Grillstand geöffnet. Die Geschäftsbedingungen lauten, dass die Verkäufer 70 Prozent des Erlöses erhalten, 30 Prozent bleiben bei den Organisatoren. Laut Winter reicht dies erfahrungsgemäss, um die Unkosten zu decken. «Wir machen die Börse nicht, um viel Gewinn zu machen», betont Zurlino, «wenn etwas für ein Helferfest oder einen Ausflug übrig bleibt, wäre dies super.»

Dennoch haben die neuen Organisatoren einen grossen Wunsch: «Hoffentlich bringen viele Leute ihre Fahrzeuge zum Verkauf. Und hoffentlich kommen viele Käufer.» Die Zeichen stehen gut. «Wir haben viele positive Reaktionen», so Angelo Zurlino. Auch die ehemaligen Organisatorinnen haben ein positives Echo erhalten. «Und auch wir selber sind froh, dass die Rollbörse weiterlebt», so Jacqueline Winter.