Kein Laden, keine Dorfbeiz und keine Post: Die Gemeinde Effingen mit seinen 610 Einwohnern liegt westlich des Bözbergs und ist nicht zu beneiden. Einzig der vor zwei Jahren lancierte Jugendtreff im ehemaligen Feuerwehrmagazin sowie die sehr abgelegene Besenbeiz Sennhütte-Stübli scheinen zu florieren.

«Dass Effingen keine Dorfbeiz hat, ist für die Bevölkerung ein Riesenthema», sagt Vizeammann Iris Schütz, Ressortverantwortliche Soziales, Gesundheit, Bildung, Friedhof, Kultur und Ortsbürgergemeinde. Aus diesem Grund ist auch im Leitbild der Gemeinde Effingen folgende Absichtserklärung festgehalten: «Wir fördern die Schaffung von Begegnungsräumen im Dorfkern.»

Doch einfach abwarten und Tee trinken, bis jemand irgendwo im Dorf wieder ein Lokal eröffnet, mag die Behörde nicht. Bis Ende Jahr wird sie selbst jeweils bei Vollmond ab 19 Uhr in der Alten Trotte einen Treff organisieren.

Morgen Mittwoch ist Premiere

«Die Idee dazu hatte Gemeinderat Tobias Meier», sagt Vizeammann Iris Schütz. Die Premiere findet morgen Mittwoch ab 19 Uhr statt. Eingeladen sind alle Effinger, Heimweh-Effinger sowie Auswärtige. «Wer etwas vom Grill möchte, bringt es selber mit», heisst es in der Einladung.

Getränke werden zum Unkostenbeitrag abgegeben. Grill, Geschirr und gemütliche Lokalität werden zur Verfügung gestellt. «Wir haben bereits positive Rückmeldungen bekommen. Und wir haben von HeimwehEffingern gehört, die sich den Termin reserviert haben», fährt Schütz fort.

In der Pilotphase, die bis Ende Jahr dauert, werden sich die Mitglieder des Gemeinderats um die Organisation der sechs Vollmondtreffs kümmern. Findet das neue Angebot bei der Bevölkerung Anklang, so ist denkbar, dass künftig Vereine oder Private das Zepter übernehmen. «Eine Idee ist auch, dass sich die Vereine abwechseln und so in die eigene Kasse wirtschaften können», sagt Schütz.

Nicht der erste Versuch

Der Vollmondtreff ist nicht der erste Versuch in Effingen, seit der Schliessung der letzten Beiz wieder einen attraktiven Dorftreffpunkt zu lancieren. Vor vier Jahren wurden auf privater Basis das Trottestübli und der Trottemärt ins Leben gerufen. Da das Interesse am Markt bald abnahm, machte für die Organisatorinnen auch das alle zwei Monate stattfindende Trottestübli am Samstag keinen Sinn mehr.

Vizeammann Schütz hofft, dass der Vollmondtreff trotz Sommerferien erfolgreich startet: «Für alle Daheimgebliebenen – vor allem auch Familien mit Kindern – ist der Treff doch eine willkommene Abwechslung.» Nun liegt es nur noch an den Gästen. Die guten Wetterprognosen stimmen jedenfalls schon mal zuversichtlich.