Adventsserie

Ein Hallenbad zu Weihnachten – was sich die Bevölkerung dreier Gemeinden wünscht

Über den einen oder anderen Wunsch, der am Zeiher Wunschbaum hängt, musste Ammann Christian Probst schmunzeln.

Über den einen oder anderen Wunsch, der am Zeiher Wunschbaum hängt, musste Ammann Christian Probst schmunzeln.

Die Wünsche der Zeiher Bevölkerung sind nicht gerade bescheiden – im Zuzger Wunschbuch sind die Seiten noch leer.

Weihnachten rückt näher. So manch ein Kind greift in diesen Tagen zu Stift und Papier, um seine Wünsche aufzulisten. Solche Wünsche werden derzeit nicht nur in den Kinderzimmern formuliert, sondern etwa auch in den Gemeindeverwaltungen von Magden und Zuzgen. Dort liegen die Wunschbücher für die Bevölkerung auf. In Zeihen ­haben die Einwohner die Möglichkeit, einen Wunsch an einen Baum zu hängen. Die AZ hat in diesen drei Gemeinden auf die Wunschzettel gespickt und nachgefragt, welche Wünsche schon bald in Erfüllung gehen könnten.

Etwa 50 Wunschzettel hängen am Tannengrün vor dem Zeiher Gemeindehaus. Die Idee stammt von der Kulturkommission, die anlässlich des 25-Jahr­-Jubiläums der Adventsfenster-­Tradition den Weihnachtsbaum zum Wunschbaum umfunktioniert hat. Was man da so liest, klingt nicht gerade bescheiden. So wünscht sich ein Einwohner ein Hallenbad, ein zweiter einen Bahnhof und ein dritter eine Eiskunstlaufbahn. «Da musste ich schon ein wenig Schmunzeln, als ich das gelesen habe», sagt Ammann Christian Probst. «Das sind natürlich Träume, die den Rahmen unserer Möglichkeiten sprengen.» Auch ein ­freies WLAN-Netz beim Gemeindehaus sei nicht umsetzbar «aus Sicherheitsgründen», wie Probst sagt. Hingegen seien kleinere Wünsche wie etwa ein Steamer in der Kinder­garten-Küche durchaus realisierbar.

Wunsch wird an die Polizei weitergeleitet

Auch im Magdener Wunschbuch gibt es Einträge, die sich wohl kaum realisieren lassen. Wie jener einer Primarschülerin, die will, dass Frau Odermatt für immer ihre Lehrerin bleibt. Anders sieht es mit dem An­liegen eines Einwohners der Lanzenbergstrasse aus, der ­fordert, dass das Tempo-30-­Regime in der Strasse «kontrolliert und durchgesetzt» wird. «Wir werden das Anliegen an die Polizei weiterleiten», sagt Ammann André Schreyer, der sich zuweilen wie das Christkind vorkommt. Der Magdener Gemeinderat diskutiert im neuen Jahr die gesammelten Wünsche durch und überprüft sie auf ihre Machbarkeit. «Dabei geht es ­darum, ob das Anliegen rechtlich umsetzbar und finanzierbar ist sowie sinnvoll für das ganze Dorf», sagt Schreyer.

Noch sind die Seiten im Zuzger Wunschbuch leer. Sind die Zuzger etwa wunschlos glücklich? Da hat Ammann Daniel Hollinger so seine Zweifel. «Letztes Jahr kamen die Wünsche erst kurz vor Weihnachten», sagt er. So wünschte sich ein Einwohner ein ausfahrbares Sonnensegel für den Vorplatz der Mehrzweckhalle, damit im Sommer die Sonne bei Veranstaltungen nicht auf die Köpfe knallt. Weil das Sonnensegel jedoch eine Fläche von 80 Quadratmetern haben müsste, sei das mobile Dach aus Sicherheits- und Kostengründen nicht umsetzbar, so Hollinger. «Wir klären Alternativen für den nächsten Sommer ab.» Denkbar seien etwa Sonnenschirme.

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