Fricktal

Ein gutes Storchenjahr: «Happy End» in Möhlin, Baby-Sensation in Kaiseraugst

Die Fricktaler Storchenväter ziehen ein positives Fazit über das vergangene Jahr – und 2020 gibt es dann etwas zu feiern.

Die Freude bei Bruno Gardelli war gross Anfang April. Storch Malou II, der Senderstorch aus Möhlin, hatte eine Freundin gefunden: «Sie klappern mit den Schnäbeln. Es sieht also gut aus», sagte der Möhliner Storchenvater damals.

Und tatsächlich – einige Wochen später schlüpften im Horst zwei Jungstörche. Das Storchenglück währte allerdings nicht lange: Im Juli touchierte Malou II nahe Möhlin eine Bahn-Oberleitung und starb. «Das hat uns alle getroffen», sagt Gardelli.

Gute Nachrichten gibt es inzwischen aber vom Nachwuchs: Die beiden Störche sind durchgekommen. Auch dank dem Team der Storchenstation, das mit einem Obstpflücker Futter in den Horst warf und so die Mutter unterstützte. «Es war ein besonderer Moment, als die Jungvögel ausgeflogen sind», sagt Gardelli.

Fünf Jungstörche in einem einzigen Horst

Überhaupt zieht der Leiter der Möhliner Storchenstation ein positives Fazit über das vergangene Jahr. Über 30 Jungstörche konnten in Möhlin beringt werden. «Das Brutergebnis ist somit besser als im vergangenen Jahr», so Gardelli.

Auch in Kaiseraugst, der zweiten Fricktaler Storchenhochburg, fällt das Fazit positiv aus. Neun Paare brüteten im Dorf, 21 Jungvögel konnten beringt werden. «Das ist ein super Resultat», sagt Storchenvater Urs Wullschleger.

Kaiseraugst: Jungstorch Pamino wird unter den Augen seiner vielen Paten beringt

Juni 2019, Kaiseraugst: Jungstorch Pamino wird unter den Augen seiner vielen Paten beringt.

 Bei der Beringung der Jungstörche übernahm eine Schulklasse eine Patenschaft.

Eine besondere Überraschung gab es in einem Horst beim Campingplatz: Gleich fünf Jungstörche konnten dort beringt werden – «eine kleine Sensation», wie Wullschleger sagt.

Mitte Februar sollen die ersten Storche zurückkehren

Nun ist in den Storchen­nestern allerdings Ruhe eingekehrt. Die meisten Störche sind Richtung Süden gezogen in ihre Winterquartiere in Spanien oder Nordafrika. «Wir erwarten Mitte Februar die ersten Störche zurück», sagt Urs Wullschleger.

2020 wird sowohl in Kaiseraugst als auch in Möhlin ein spezielles Jahr – schliesslich wird es an beiden Orten ein Jubiläumsjahr. Seit 1991 brüten in Kaiseraugst Störche, nächstes Jahr also zum 30. Mal. In Möhlin feiert derweil die Storchenstation im September gar ihr 50-Jahre-Jubiläum. Geplant ist aus diesem Anlass ein Fest am 11. und 12. September, inklusive der Einweihung der neuen Volieren.

Vier Volieren sind bereits neu gestaltet

Die Anlage wird derzeit nämlich in Etappen erneuert und die Gehege werden erweitert. «Das Ziel ist es, dass die Gehege möglichst dem natürlichen Lebensraum der Vögel entsprechen», sagt Bruno Gardelli. In den vergangenen Monaten wurden die baulichen Massnahmen an vier Volieren umgesetzt.

Eine davon ist inzwischen bereits fertig eingerichtet und von ihren Bewohnern, den Bartmeisen, bezogen. Die drei anderen erneuerten ­Volieren möchte Gardelli in den nächsten Wochen fertig einrichten und die Bewohner dann zügeln. Die nächste Etappe soll – sofern die finanziellen Mittel gesichert sind – 2021 starten.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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