Die Asiatische Tigermücke breitet sich seit einigen Jahren in Europa aus. Am Oberrhein kommt die ungeliebte Einwanderin – die Mücke kann Tropenkrankheiten wie Dengue- und Chikungunyafieber übertragen – vor und in Basel ist sie ebenfalls auf dem Vormarsch. Letztes Jahr wurde deshalb ein trinationales Interreg-Projekt zur Überwachung der Asiatischen Tigermücke gestartet und 84 Fallen in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt aufgestellt. 

Zehn Tigermücken-Fallen in Kaiseraugst

Dieses Fallennetz hat man auch in diesem Jahr beibehalten, wie Pie Müller, Entomologe und Leiter der Arbeitsgruppe Vektorkontrolle am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH), sagt. Zehn von ihnen stehen im Fricktal. «In Kaiseraugst, in der Umgebung des Campingplatzes und der Bananenreiferei», wie Müller sagt.

Letztes Jahr gab es in den Kaiseraugster Fallen keine Funde – weder Eier noch Tiere. Und auch in diesem Jahr blieb es gemäss Pie Müller ruhig. Armin Feurer vom Amt für Verbraucherschutz, wo die Koordinationsstelle für Neobiota beim Kanton Aargau angesiedelt ist, verweist auf die Zahlen von 2018. Damals gab es im Kanton Aargau vier Funde von Tigermücken-Eiern. «Alle an Autobahnraststätten», wie Feurer sagt. Für das laufende Jahr lägen noch keine Zahlen vor.

Tiger- und Buschmücken werden verwechselt

Im Vergleich zu den tatsächlichen Fundzahlen ist die Zahl der Meldungen, die bei der Koordinationsstelle für Neobiota oder bei Swiss TPH eingehen, hoch. Man erhalte immer wieder Meldungen mit Fotos von vermeintlichen Tigermücken, sagt Armin Feurer. Dieses Jahr seien es schon über 70 Meldungen gewesen. «In den allermeisten Fällen handelt es sich bei den Tieren um die asiatische Buschmücke, einheimische Mückenarten oder andere Insekten. Bei keiner der Meldungen, die 2019 bei uns oder dem SwissTPH einging, handelte es sich bisher nachweislich um eine Tigermücke.»

Die Buschmücke ist im Aargau stark verbreitet. Sie ist aber nicht als Überträgerin exotischer Krankheiten bekannt. Sie ist wie die Tigermücke auffällig gestreift, allerdings eher dunkelbraun-weiss und nicht schwarz-weiss. Doch durch die Ähnlichkeit komme es häufig zu Verwechslungen, so Feurer.

«Da es im Aargau noch keine (uns bekannten) Tigermücken-Populationen gibt, können wir auch keine Bekämpfungsmassnahmen ergreifen», sagt Feurer. Falls sich die Tigermücke in Zukunft tatsächlich auch im Kanton Aargau ausbreiten sollte, werden man angemessene Bekämpfungsmassnahmen ergreifen.

Schon weiter fortgeschritten ist Ansiedlung in Basel. Dort wurden letztes Jahr 21 Tiere und 423 Eier gezählt. Für dieses Jahr werden die Zahlen laut Pie Müller noch ausgewertet. «Die Ansiedlung ist in den Anfängen und man versucht, sie zu bekämpfen», sagt er. Für Basil Gerber vom Bundesamt für Umwelt stellt diese «kleinräumige Population» an der französischen Grenze eine Ausnahme dar. Grundsätzlich sei die Tigermücke in der Region nicht definitiv angekommen. «Von einem verbreiteten Auftreten oder gar einer grossräumigen Etablierung sind wir in der Deutschschweiz nach wie vor noch weit entfernt.»