Trinkwasserversorgung

Die Sisserfeld-Gemeinden brauchen dringend neue Pumpwerke

Neue Pumpwerke sind gefragt. (Symbolbild)

Neue Pumpwerke sind gefragt. (Symbolbild)

Probleme mit der chemischen Zusammensetzung des Wassers, veraltete Pumpwerke und fehlende Alternativen. Die Gemeinden im Fricktal müssen sich um ihre Trinkwasserversorgung kümmern - und zwar möglichst schnell.

In Sachen Trinkwasserversorgung tickt in Stein die Uhr. Bis 2022 muss ein neuer Brunnenstandort her. Nur bis dahin toleriert der Kanton noch die potenziellen Gefahren, die mit der Überbauung der Bäumli­acker-Schutzzone verbunden sind. Das betrifft auch Münchwilen, das ebenfalls über den Bäumli­acker-Brunnen versorgt wird. Gemeinsam mit Sisseln und Eiken suchen die Gemeinden daher nach einer Alternative. Sisseln und Eiken haben eigene Grundwasserpumpwerke. In Sisseln darf der über 100-jährige Standort Stichmatt aber auch nur noch bis 2022 in Betrieb sein, ebenso auf Grund von Überbauungen. Eiken hat mit seiner Anlage im Hardwald eigentlich keinen Druck. Aber: «Wir fühlen uns aber mit unseren Nachbarn verbunden», sagt Gemeinderat Ingo Anders.

Denkbar ist ein neuer Standort ebenfalls im Hardwald, im Schnittfeld der Gemarkungen der vier Gemeinden. Wo genau, sollen die im Juni startenden Pumpversuche abklären helfen. «Hintergrund sind auch die Erfahrungen der Dürresommer 2018 und 2019», sagt der Steiner Gemeinderat Hansruedi Schlatter: «Das Projekt ist unsere Antwort auf den Klimawandel. Wir wollen nicht mehr länger auf dem Trockenen sitzen.»

Die Idee: Wasser aus Bad Säckingen importieren

Bei den kommenden Bohrungen können die vier Gemeinden auf Erfahrungswerte von 2016 zurückgreifen, als sie in Sachen Trinkwasserversorgung schon einmal sondiert hatten. Am Projekt beteiligt war seinerzeit auch Laufenburg, das aber ausstieg, weil das Hardwald-Wasser sich als zu kalk- und sulfathaltig erwies. Wobei auch in Laufenburg die Zeit drängt. Für eine der bestehenden zwei Pumpwerke läuft die Konzession schon Ende dieses Jahres aus. Die Stadt hofft auf eine Verlängerung, weil noch keine Alternative gefunden ist. Nicht mehr weiterverfolgt werde die Option einer Trinkwasser-Belieferung aus dem deutschen Laufenburg. Stadtrat Christian Rüede: «Da gab es mit der chemischen Zusammensetzung Probleme.»

Für Stein, Eiken, Sisseln und Münchwilen aber bleibt der Wasserimport über die Grenze eine Option. Für Schlatter wäre er sogar ideal: «Bad Säckingen verfügt über grosse Vorkommen und das dortige Grundwasser hat auch ein Drittel weniger Kalk als das Steiner.» So würde man quantitativ und qualitativ profitieren – als Alternative zur Hardwald-Lösung oder als Ergänzung dazu. «Eine solche Lösung wäre in der Region neu und einzigartig», sagt er. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre der Kreislauf geschlossen: Trinkwasser-Import von Bad Säckingen, Abwasserexport nach Bad Säckingen. Ersteres wäre neu, Letzteres praktizieren die vier Fricktaler Gemeinden schon seit langem. (hcw)

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