Fricktal

Die singenden Könige sammeln Spenden für Kinder in aller Welt

Weihnachtliche Stimmung am Laufenburger Marktplatz. In Frick haben sich die Sternsinger Anfang Dezember bereits zum Einkleiden getroffen.

Weihnachtliche Stimmung am Laufenburger Marktplatz. In Frick haben sich die Sternsinger Anfang Dezember bereits zum Einkleiden getroffen.

Um Weihnachten und Neujahr sind in mehreren Fricktaler Gemeinden die Sternsinger unterwegs.

Die Vorbereitungen sind schon fast abgeschlossen, die Kronen gebastelt, die Roben anprobiert und die Lieder und Sprüchlein einstudiert. In wenigen Tagen, meist zwischen Weihnachten und Neujahr oder zu Jahres­beginn, ziehen die Sternsinger in vielen Fricktaler Gemeinden wieder von Haus zu Haus.

Als «Heilige Drei Könige» verkleidet, bringen sie den Segen Christi und sammeln gleichzeitig Spenden für Kinder in aller Welt, die Not leiden müssen.

«Frieden! Im Libanon und weltweit» lautet das Motto der konfessionsübergreifenden Aktion in diesem Jahr. Die Spenden kommen über das internationale katholische Missionswerk «Missio» unter anderem der Adyan-Stiftung zugute. Die Stiftung wurde von Christen und Muslimen gegründet.

Mit Hilfe der Sternsinger konnte ein Bildungsprogramm für Schulen erarbeitet werden, das Kindern und Lehrpersonen «die gemeinsamen Werte der Weltreligionen sowie Wissen über die eigene Religion und Geschichte vermittelt», wie es in einer Mitteilung von «Missio» heisst.

Kalte Füsse machen ihnen nichts aus

Im Fricktal werden zwischen Weihnachten und dem 6. Januar in über einem Dutzend Gemeinden Sternsinger unterwegs sein. Dazu gehören etwa Herznach, Ueken, Hornussen, Frick, Gipf-Oberfrick, Mumpf, Schup­fart und Wallbach. Teilweise ziehen mehrere Gruppen umher, mancherorts ist es eine einzelne Gruppe von Sternsingern, wie etwa in Mumpf.

Gemeinsam ist ihnen allen eines: Das Herzblut, mit dem sie ihre Aufgabe als Sternsinger erfüllen. «Die Kinder sind voller Elan dabei», erzählt Andrea Frangi vom Organisationsteam in Herznach und Ueken. Da wird schon einmal darüber hinweg gesehen, dass die Füsse nach einigen Stunden draussen manchmal kalt sind oder der Regen die Kleider durchnässt.

«Den Kindern ist sehr bewusst, für welchen Zweck sie unterwegs sind. Dass es manchmal auch anstrengend ist, können sie deshalb meist gut ausblenden», sagt Imke Mayer vom Organisationsteam in Mumpf. «Sie freuen sich dann einfach umso mehr über die Spenden.»

Wer nicht ganz textsicher ist, erhält einen Spickzettel

Viele der Sternsinger sind mehrere Jahre dabei. «Das Sprüchlein und die Lieder mussten wir in diesem Jahr gar nicht mehr einstudieren – alle konnten sie noch auswendig», erzählt Renate Bruhin vom Organisationsteam in Hornussen mit einem Lachen. Und wer doch noch nicht ganz sattelfest ist, der erhält einen Spickzettel.

Die Organisatoren setzen sich dafür ein, dass der Brauch erhalten bleibt – auch, wenn es teilweise eine Herausforderung ist, genügend Sternsinger zu finden. Teilweise klingeln die Sternsinger deshalb nicht mehr an allen Haustüren, sondern nur noch bei Haushalten, die sich angemeldet haben.

So etwa in Hornussen und Mumpf. Die Anmeldungen zeigen allerdings: «Es gibt immer noch viele Menschen, die sich über den Besuch freuen», wie Imke Mayer sagt.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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