Schiffahrt

Der «Rhystärn» kommt in Rheinfelden gut an – neu: halb so viele Fahrten, dafür doppelt so viel Platz

Am 16. Juli legte der «Rhystärn» erstmals in Rheinfelden am neuen Steg an.

Der Stadtrat bedauert aber Halbierung der Fahrten. Er will mit der BPG Bilanz ziehen, wenn erste Zahlen vorliegen.

Die erste Bilanz fällt positiv aus. Die Stadt freue sich, dass der «Rhystärn» seit Mitte Juli «wieder uneingeschränkt» in Rheinfelden anlegen könne, sagt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage und Peter Stalder, Geschäftsführer der Basler Personenschifffahrt AG (BPG), weiss, dass seine Gäste «sehr happy» sind über die Fahrten nach Rheinfelden und über die neue Steganlage, deren Zugänglichkeit er als perfekt umschreibt.

Mitte Juli ging für Stadt und BPG eine fast einjährige Durststrecke zu Ende; zuerst konnte das Flaggschiff aus Basel wegen Niedrigwasser nicht anlegen, dann wegen den Umbauarbeiten, die sich erst noch wegen Konstruktionsmängeln in die Länge zogen. Nun, das ist (geschmolzener) Schnee von gestern und der «Rhystärn» sollte auch in Zukunft immer anlegen können – sogar bei Niedrigwasser. «Dank der Abtragung eines Felsstückes und der Ausbaggerung der Fahrrinne im Bereich der Schiffsanlegestelle kann das Schiff künftig auch bei Niedrigwasser, wie es statistisch alle 10 Jahre vorkommt, anlegen», sagt Erdin, der um die Bedeutung der Schifffahrt für den Tourismus im Zähringerstädtchen weiss. Diese sei hoch, sagt er, und verweist auf die Zahlen. In Jahren, in denen das Schiff ohne Unterbruch anlegen kann, zählt man in Rheinfelden um die 25'000 Ein- und Ausstiege.

Zahlen, wie viele Passagiere seit der Wiederinbetriebnahme Mitte Juli in Rheinfelden ein- und ausgestiegen sind, liegen der Stadt noch nicht vor. Für eine erste Zwischenbilanz sei es noch zu früh, so Erdin und Stalder sagt einzig, der «Rhystärn» sei sehr gut gebucht. «Bilanz allerdings ziehen wir erst Ende Jahr.»

Noch nicht Schnee von gestern ist für viele Rheinfelder dagegen die Reduktion der Fahrten. Fuhr das Schiff Rheinfelden früher sechsmal an, kommt es nun noch dreimal – dienstags, donnerstags und samstags. Die Stadt bedaure den Entscheid der BPG, sagt Erdin, wenn gleich die BPG ja davon ausgehe, dass sich die Zahl der Besucher insgesamt nicht wesentlich verändern werde. Die BPG begründet dies mit der Grösse des «Rhystärn» – er kann doppelt so viele Passagiere transportieren wie das alte Schiff –, der Preisgestaltung und den Sonderpackages nach Rheinfelden.

Wenig Freude macht bei Souvenirhändler und Gastronomen im Städtchen vor allem, dass das Schiff am Sonntag nicht mehr kommt. Dies weiss auch die Stadt und spricht von «einem Verlust». Die Stadt habe deshalb mit der BPG Gespräche geführt «und vereinbart, dass nach Vorlage erster Zahlen eine Bilanz zum neuen Konzept gezogen wird», so Erdin.

Erneuerung kommt rund einen Drittel teuerer als geplant

Stalder bestätigt diese Gespräche, lässt sich bei Fragen zum künftigen Angebot aber nicht auf die Äste hinaus. «Insgesamt erfreuen wir uns einem tollen Saisonverlauf und sind mit den bisher gefällten Entscheiden zu Fahrplan, Angebot und Preisstruktur sehr zufrieden», sagt er und will vorwärtsschauen «auf die kommenden vier Monate, die uns noch viele Gäste bescheren werden».

Bescheren dürfte derweil die Kreditabrechnung dem Stadtrat noch die eine oder andere kritische Frage, denn der Umbau der Anlagestelle kommt um satte 33 Prozent teurer zu stehen als vorgesehen. Statt den 710'000 Franken, die der Souverän bewilligt hat, kostet der neue Schiffsteg 950'000 Franken.

Die zusätzliche Rheinaustiefung, damit das Schiff auch bei Niedrigwasser in Rheinfelden anlegen kann, fällt dabei gar nicht so sehr ins Gewicht. Kostentreibend war vielmehr die gute Auftragslage der Firmen; die Stahlwasserbauarbeiten mussten deshalb rund 180'000 Franken über dem Kostenvoranschlag vergeben werden.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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