Die Nachricht sorgte gestern für viel Gesprächsstoff: Die AZ machte publik, dass das Hotel-Restaurant Platanenhof in Frick schliessen wird. Inhaber Lars Laier will hier eine Wohnüberbauung realisieren. Für den Schritt macht der 49-jährige Gastronom verschiedene Gründe geltend, unter anderem das Fehlen eines Nachfolgers, das veränderte Kundenverhalten und das schwierige wirtschaftliche Umfeld, das sich in Grenznähe durch den starken Franken noch zusätzlich akzentuiert.

Wann der «Platanenhof» seine Wirtshaustüre schliesst, ist noch offen. Laier will zuerst die Planungen für die Überbauung abschliessen, bevor er entscheidet und informiert. Als Schliessungszeitraum gibt er «die nächsten 48 Monate» an.

Frick verliert damit ein Restaurant, das weit über die Region hinaus für seine Küche bekannt war. Das Bedauern über die angekündigte Schliessung ist in Frick denn auch gross. Gemeindeammann Daniel Suter bedauert sehr, wenn Frick ein weiteres Restaurant verliert. «Die Branche befindet sich im Umbruch, auch weil sich die Bedürfnisse der Gäste verändern», sagt er. Das Gästeverhalten stehe in direktem Zusammenhang mit der Schliessung von Betrieben und der Neueröffnung anderer Angebote.

Gut gelegen

«Das ist sehr schade für das Dorf», findet auch FDP-Präsident Rudolf Heusser. Frick verliere ein gut gelegenes Restaurant mit «der schönsten Gartenwirtschaft weit und breit». «Der ‹Platanenhof› hat eine gute Küche», sagt CVP-Präsident Viktor Müller. Es sei schade, dass diese zugehe – «zumal das Gastroangebot in Frick ohnehin nicht mehr allzu gross ist». Er ist deshalb froh, dass nun zumindest der «Rebstock», den die Gemeinde gekauft hat, überlebt und am 1. Oktober wiedereröffnet wird.

Markus Hiltbrunner kann den Entscheid von Lars Laier «sehr gut nachvollziehen». Hiltbrunner wirtete selber 33 Jahre auf dem «Engel» in Frick – und schloss ihn 2013. «Das ist ein Entscheid, den man sich nicht leicht macht», sagt er. Hiltbrunner sieht in der Schliessung auch einen Negativtrend bestätigt, der die ganze Schweiz erfasst hat: «Überall gehen renommierte Restaurants zu und dafür Pizzerias und Fastfood-Buden auf», weiss er.

Seine Erklärung: «Traditionelle Restaurants sind derzeit offenbar weniger gefragt.» Er hofft, dass sich dieser Trend wieder kehrt – auch wegen der Lehrstellen. «Viele Gastrobetriebe bilden junge Menschen aus», so Hiltbrunner. Fastfood-Buden täten dies nicht.

Die Veränderung des Gastronomieangebotes in Frick stellt auch Suter fest. Er sieht allerdings auch positive Entwicklungen: «In den vergangenen Monaten sind auch neue Angebote dazugekommen, wie zum Beispiel das ‹Piazza›, das bei den Gästen sehr gut ankommt.» Zudem stehe der «Rebstock» kurz vor der Wiedereröffnung.

SVP-Präsident: Region wird fehlende Zimmer schmerzlich spüren

Confiseur Markus Kunz, der in Frick, Eiken und Stein drei Cafés betreibt, bringt noch einen weiteren Gedanken ins Spiel: Mit der Schliessung des «Platanenhof» geht auch eine Hotellerie mit 30 Betten verloren. «Das ist für einen Zentrumsort wie Frick nicht gut.» Suter ist ebenfalls überzeugt: «Die Gästezimmer werden fehlen.»

Das sieht SVP-Präsident Adrian Speckert ebenso. Die Region werde die fehlenden Hotelzimmer schmerzlich spüren. Den Schliessungsentscheid von Lars Laier kann er jedoch nachvollziehen. «Das wirtschaftliche Umfeld ist hart.»

Auch Landschaftsarchitekt Bernhard Stöckli versteht den Schritt, bedauert ihn «überaus». Denn damit verliere Frick nicht nur ein gutes Restaurant, «ich verliere auch meine Znünibeiz», sagt er. Seit je treffen sich im «Platanenhof» täglich Handwerker zum «Znüni». «Eine alte Tradition, die nun zu Ende geht», sagt Stöckli. Eine mehr.