Zeiningen
Der legendäre Engelsteg wird ersetzt

Die Massnahmen des Hochwasserschutzes im Möhlintal liegen auf. Ersetzt werden soll auch ein Steg, um den sich Legenden ranken.

Nadine Böni
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Der Engelsteg ist nach den Schutzengeln eines Dorforiginals benannt. nbo/Archiv

Der Engelsteg ist nach den Schutzengeln eines Dorforiginals benannt. nbo/Archiv

Nadine Böni

Die alteingesessenen Zeininger erzählen sich über den alten Steg am Möhlinbach eine Geschichte. Friedrich Jeck, besser bekannt unter dem Übernamen «Hafner Fitti», sei dort jeweils durchgekommen auf dem Weg von seinen nächtlichen Beizentouren im Dorf nach Hause in die Mühlegasse.

Und weil er nach den langen Abenden mit dem einen oder anderen Glas Wein und Bier oft etwas wackelig auf den Beinen war, preisten die Zeininger jeweils die Schutzengel ihres Dorforiginals, wenn «Fitti» wohlbehalten den schmalen Steg überquert hatte. So kam der Engelsteg zu seinem Namen.

Projekt liegt erneut auf

Jetzt heisst es wohl Abschied nehmen vom legendären Steg. Auf den Gemeinden des Möhlintals liegen die Massnahmen des Hochwasserschutzprojekts auf. So muss das Bachbett an verschiedenen Orten verbreitert und einzelne Uferabschnitte erhöht werden.

Der Engelssteg in Zeiningen soll aufgrund des erforderlichen Bachdurchlassprofils durch einen neuen Steg ersetzt werden. Die Massnahmen für den Hochwasserschutz liegen bereits zum zweiten Mal auf.

Gegen die Projektauflage im September 2014 hagelte es Einwendungen, insgesamt 23. «Nun wurde das Projekt in einem grossen Umfang überarbeitet», sagt René Berger, Abteilungsleiter Bau und Umwelt in Möhlin und Geschäftsführer des Abwasserverbandes Region Möhlin, der im Auftrag der Talgemeinden die Arbeiten umsetzt.

Anwohner und Einsprecher wurden in den vergangenen Wochen über das Vorhaben informiert. «Die Änderungen am Projekt entsprechen ihren Bedürfnissen. Daher hoffen wir auf eine breite Zustimmung», sagt Berger.

Einige Steine aufbewahren

So könnte der Engelsteg in Zeiningen schon im kommenden Jahr Geschichte sein. Sollte dem so sein – die alteingesessenen Zeininger fänden es schade.

Marius Guthauser, Grossneffe von «Hafner Fitti» überlegt sich gar, bei einem allfälligen Abbruch einige Steine des alten Stegs aufzubewahren. «Ich werde abklären, ob das möglich ist. Dass der Steg nach meinem Grossonkel benannt ist, ist eine schöne Geschichte», sagt Guthauser.

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