Seit rund zehn Jahren bestehen Bestrebungen, den Bahnhof Frick rückwärtig zu erschliessen und zu erweitern. Damit soll der ganze Bahnhofperimeter für die Zukunft leistungsfähig und attraktiv gestaltet werden. Dazu gehört eine adäquate Erschliessung von Frick und Gipf-Oberfrick her. Frick richtet hierzu seine langfristige Planung vom Kreisel «Fläschehals» über das Gebiet Lammet bis zum Bahnhofperimeter im Areal der Tonwerke Keller aus.

Gipf-Oberfrick hat in den letzten Jahren mehrere Varianten für einen rückwärtigen Anschluss geprüft. Damit soll auch ein sicherer und attraktiver Anschluss für den Langsamverkehr an den Bahnhof, die Entlastung der Dammstrasse und die Verbesserung verschiedener Erschliessungen im Gebiet Unterdorf erreicht werden.

Fachbüro für Prüfung beauftragt

Bereits vor zwei Jahren wurden die erarbeiteten Vorschläge in Gipf-Oberfrick der Öffentlichkeit vorgestellt. Die vom Gemeinderat favorisierte Variante «Mitte» sah eine Erschliessung quer durch einen Bauernhof vor – und stiess auf starken Widerstand. Der Gemeinderat hat in der Folge beschlossen, einen Marschhalt einzulegen (die AZ berichtete).

Anschliessend hat er einem bisher nicht involvierten Fachbüro den Auftrag erteilt, alle Varianten auf den gleichen Stand zu bringen, sie zu überprüfen und zu optimieren und auf die Realisierbarkeit zu überprüfen. Der Bericht zum Vergleich ist dem Gemeinderat Gipf-Oberfrick Ende 2018 abgegeben worden.

Wie es nun in einer gemeinsamen Mitteilung der Gemeinden Frick und Gipf-Oberfrick heisst, kommt das beauftragte Fachbüro zum Schluss, dass «keine der beurteilten Varianten direkt und offensichtlich zu einer Lösung führt». Ebenso habe das Büro keine neuen, umsetzbaren Lösungen einbringen können. Daher werde vorgeschlagen, eine Auslegeordnung vorzunehmen und danach für die Realisierung dieser anforderungsreichen Erschliessung die Zusammenarbeit mit den übergeordneten Planungsbehörden zu suchen, heisst es weiter.

Für den Gemeinderat Gipf-Oberfrick zeigt der Bericht, «dass die Aufgabenstellung sehr komplex und vielschichtig war und ein objektiver Vergleich schwierig ist». Klar sei, dass die bis jetzt untersuchten Anschlusslösungen, auch mit Optimierungen, in dieser Form nicht umgesetzt werden können.

Parteien werden einbezogen

Obwohl keine der vorliegenden Varianten umsetzbar ist, sind beide Gemeinderäte übereinstimmend der Meinung, dass das übergeordnete Ziel, die rückwärtige Erschliessung des Bahnhofs Frick, weiter verfolgt werden muss. Dazu gehöre auch die Suche nach geeigneten Anschlüssen.

«Weil der Weiterentwicklung des Bahnhofs regionale Bedeutung zukommt, werden der Kanton, der Planungsverband Regio Fricktal, die Schweizerischen Bundesbahnen und bei Bedarf auch die umliegenden Gemeinden miteinbezogen», schreiben die Gemeinderäte in der Mitteilung. In einem ersten Schritt sollen nun die weiteren Schritte mit den kantonalen Fachstellen besprochen werden. Ein entsprechendes Schreiben wurde bereits an Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, geschickt.

Die Gemeinderäte Gipf-Oberfrick und Frick hoffen, dass sich mit einer gemeinsamen Planung unter Einbezug der verschiedenen involvierten Parteien eine Lösung für die Weiterentwicklung des Bahnhofsperimeters und der verkehrsmässigen Erschliessung abzeichnen wird. Der Bericht über die Variantenprüfung ist auf der Website von Gipf-Oberfrick einsehbar. (AZ)