«Eine Welt für sich» lautet der Titel einer Eisenplastik von Daniel Schwarz. Sie besteht aus einer Kugel, auf der Figuren stehen, tanzen oder versuchen, das Gleichgewicht zu halten. «Eine Welt für sich» trifft auch auf die gesamte Ausstellung in der bewohnten Galerie Artune am Panoramaweg in Frick zu. Denn Daniel Schwarz und Claudio Cassano nehmen die Betrachter in ein Kabinett voller skurriler und origineller Ideen wie auf eine Reise in eine andere Welt mit.

Spiel mit Assoziationen

Etliche Objekte sind eindrucksvoll in Szene gesetzt, wie zum Beispiel «Beschützer» von Cassano im Sockelgeschoss vor einer beleuchteten Wand. Oder «Morgenspaziergang» von Schwarz im Dachgeschoss, ideal platziert mit Ausblick auf die Fricktaler Landschaft. Auf der gegenüberliegenden Seite, auf der Terrasse «Der Berg», ebenfalls von Schwarz – ein Stück Sturmholz, das Ähnlichkeit mit dem Matterhorn hat und an dessen Basis sich kleine menschliche Figuren tummeln.

Es sind Nuancen, die aus einfachen Gegenständen besondere Ereignisse und Geschichten entstehen lassen, vorausgesetzt, die Betrachter lassen sich auf das Spiel mit den Assoziationen ein. Und hinter allem steckt immer ein philosophischer Ansatz, die griechische Mythologie, in Cassanos Lichtobjekten auch afrikanische und südamerikanische Kulturen.
Viele der im «Artune» ausgestellten Figuren sind auf eine gewisse Art «gut beschäftigt», tragen Kugeln, ringen miteinander, bewegen sich am hauchdünnen Rand eines Gefässes. Das sieht nach Anstrengung aus, ist aber vor allem Welttheater, das durch eine Unachtsamkeit, durch einen Schritt daneben, aus den Fugen geraten kann. Doch keine Sorge: Schwarz und Cassano sind Meister ihres Fachs. Da kann nichts abstürzen. Was sie erschaffen, hat Hand und Fuss und ist von Dauer.

Spiegelbild der Gesellschaft

Vor 25 Jahren haben sie zusammen den ersten Bronzeguss auf einem Feld durchgeführt. Seither arbeiten sie immer wieder zusammen, feilen an ihrer Technik, probieren Neues aus. Formale Fragen genügen ihnen nicht, sie wollen mehr – eigene Welten eben, die sich durchaus als Spiegelbild unserer Gesellschaft lesen lassen. Und Humor können sie auch noch. Ein Beispiel: Cassanos Werk «… und jetzt?», in dem eine Schafherde ziemlich ratlos ein ihr gegenüberstehendes einzelnes Schaf anstarrt.

Trotz mancher Gegensätze wirkt die am Mittwoch eröffnete Ausstellung harmonisch. Schwarz und Cassano bestätigten denn auch: «Wir ergänzen einander gut.» Daniel Schwarz ist in Effingen, Claudio Cassano in Brugg daheim. Nächsten Dienstag, 30. April, findet im «Artune» von 18 bis 20 Uhr eine Führung mit den beiden Künstlern statt. Finissage ist dann am Mittwoch, 15. Mai, ab 18 Uhr. Dann spielen um 19 Uhr Gino Suter (Geige) und Andrei Ichtchenko (Akkordeon).