Wegenstetten

Das Sehnen nach der weissen Pracht — Gibt es endlich wieder genügend Schnee zum Skifahren?

Im Januar 2017 herrschte aufgrund starken Schneefalls auf der Piste am Föhrlimatt reger Betrieb.

Im Januar 2017 herrschte aufgrund starken Schneefalls auf der Piste am Föhrlimatt reger Betrieb.

Nach den Saisonausfällen der beiden letzten Jahre hofft der STV Wegenstetten auf Glück von oben – eine Pistenverlegung ist kein Thema.

In einigen Tagen wird sich Christoph Schreiber, Präsident des STV Wegenstetten, zum Föhrlimatt begeben. Dann wird er den Motor des Skilifts starten, um sich zu vergewissern, dass es keinen Kurzschluss gegeben hat. «Sofern alles läuft, werden wir am 9. November die Schlepplift-Teller und Sicherheitsnetze entlang der 600 Meter langen Piste montieren», sagt er.

Schreiber hofft, dass die Mühen dieses Jahr nicht wie in den beiden vergangenen Saisons umsonst sind – es war das erste Mal, dass aufgrund mangelnden Schneefalls zwei Saisons in Folge ins Wasser fielen. «Wir wollen nicht, dass die Skilift-Tradition, die vor über 50 Jahren mit einem Pferdegespann begann, in Vergessenheit gerät. Dafür nehmen wir einige Stunden Arbeit gerne in Kauf», sagt Schreiber. Zudem biete die übersichtliche Piste den Familien aus der Region eine optimale Gelegenheit, ihrem Nachwuchs das Skifahren beizubringen.

Piste in drei bis vier Stunden fahrbereit

Damit es soweit kommt, brauchen die Mitglieder des STV Wegenstetten, die den Skilift betreiben, die gütige Mithilfe von oben. «Dass die Parameter Niederschlag und Temperatur in einer Höhenlage von rund 500 Meter so zusammenspielen, dass der Schneefall zum Skifahren ausreicht, ist fraglicher als bei anderen Skipisten, weil sie einfach höher liegen», sagt Schreiber.

In den letzten beiden Wintern sei es oftmals so gewesen, dass man über einen längeren Zeitraum starke Niederschläge bei milden Temperaturen oder bittere Kälte während einer Trockenperiode gehabt hätte. «Alles, was wir machen können, ist darauf zu warten, bis der Schnee vom Himmel rieselt. Wenn dass passiert, dann machen wir die Piste in drei bis vier Stunden fahrbereit», sagt er.

Mitbekommen hat Schreiber vom Vorhaben der Betreiber des Skilifts im Densbürer Ortsteil Asp. Diese möchten mit ihren Ponylift aufgrund des Klimawandels an einen höheren und schattigeren Hang zügeln. Für den STV Wegenstetten stellt eine Verlegung des Lifts jedoch keine realistische Option dar. «Unser Lift läuft über im Boden befestigte Masten. Zudem liegt die Piste bereits an einem sehr schattigen Hang», so Schreiber.

Ebenfalls keine Option – zumindest mittelfristig – stellten Schneekanonen dar. Unabhängig von ökologischen und ökonomischen Faktoren sagt Schreiber, dass der Verein von den personellen Ressourcen nicht dafür ausgelegt sei, eine Saison, in welcher der Lift über den ganzen Winter laufe, zu stemmen. «Als Anfang 2017 der Lift an mehreren Wochenenden hintereinander und zudem noch unter der Woche lief, sind wir an den Anschlag gekommen.»

Saison-Ausfall ist für die Vereinskasse unerheblich

Zwar nimmt die STV an einem guten Pisten-Wochenende um die 2000 Franken ein, finanziell sei ein erneuter Ausfall der Skisaison jedoch kein finanzieller Aderlass, sagt Schreiber. «Wir sind aufgrund der Durchführung diverser Anlässe gut aufgestellt.» Viel wichtiger sei es für den Verein, den Menschen zu ermöglichen, ihrem Hobby vor Ort nachzugehen.

Etwas bitter für den Verein ist, dass das neue Pistenfahrzeug, dass man 2017 auf einem Autoanhänger vom Appenzell nach Wegenstetten transportiert hat, bis dato noch nicht zum Einsatz kam. Das Raupenfahrzeug ersetzt einen alten Traktor, unter dessen Last die Piste zuweilen bei der Präparierung gebrochen ist. «Wir hoffen, dass die Raupe bald auffahren kann», so Schreiber.

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